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Full text of "Analecta Lutherana, Briefe und Actenstücke zur Geschichte Luthers. Zugleich ein Suppl. zu den ..."

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7^- 



7' 



Analecta Lntlierana. 



Briefe und Actenstücke zur Geschichte Luthers. 

Zugleich ein Supplement 

hisheri^n Sanmluagcu Sfine« BrithNkHls. 



D. Theodor Eolde, 

«rd. Pi«r«iiiioT in hiKtor. TlipoloRir ^ii ili-r Uiiiienü 




Gotha. 

PriedriclL Andreas' Perthes. 



s 



Analecta Lutherana. 



Analecta Lutherana. 



Bnefe und Actenstücke zur Geschichte Luthers. 

Zugleich ein Sapplement 

ZD den 

bisherigen Sammlniigen seines Brlefveohsels. 

HerauE^^ben 



D. Theodor Eolde, 

i[d. ProftiBi» du liisbuiecili«! Thwiogie n der UnInraItU in Eilucu. 




Gotha. 

Friedrich Andreas Perthes^ 
1883. 



l) "/■. 



Der 



hocbwOrdigen theologischen Facultat 



zu 



Marburg 



als Zeichen der Veteiirüng und des Dankes 



för die dem Verfasser unter dem 30. März 1881 honoris caussa 
verliehene Würde eines Doctors der Theologie. 



Vorrede. 



Das YorliegeiMle Werk, das wohl auoh als ^ne vorläafigf 
Festschrift mm Lutheijubiläum geHen kann, bedarf in mehr ab 
«Iner Besiehimg einer Vorrede, tun ans der Oesehiehte sein^ 
Entstehung seine Eigenart zu rechtfertigen. & ist recht eigent- 
lich entstand^ keineswegs in seinen Anföngen schon so gedacht 
gewesen, wie es jetzt vorliegt. Als ich im Interesse einer Lu- 
therbiographie , worauf meine Studien und Arbeiten seit Jahren 
jsich zuspitzten, noch von Marburg aus das erste Hai auszog, 
um in den nach handschriftlichem Material fik die Geschichte 
Luthers so oft und so yiellach durchforschten Archiven und 
Bibliotheken das miihsame Geschält einer Nachlese vorsnxnehmen, 
hatte ich mein Augenmerk hauptsächlich auf den Briefwechsel 
Spalatins gerichtet. Die Briefe Spalatins an Luther wollte ich 
suchen und hoffte dabei, wohl hin und wieder auch noch einen 
anderen Brief an Luther, oder sonstige Notizen aus Briefen von 
Zeitgenossen zu finden ^ die ich excerpiren und anhangs- resp. 
anmerkungsweise in dem beabsichtigten Werke über Luther zu 
verwerten gedachte. Indessen kam die Sache anders. Zwar 
fanden sich Briefe Spalatins auf fast allen von mir besuchten 
Archiven und Bibliotheken und dies in so großer Zahl, daß an 
eine Copirung derselben fürs erste nicht gedacht werden konnte, 
und ich mich inbetreff der meisten damit begnügen mußte, sie 
durchzulesen und ihre Fundorte zu notiren; aber von den Briefen 



vin 



Spalatins an Luther, die besonders far dessen erste Wirksamkeit 
von unschätzbarem Wert sein würden, fand sich keine Spur, so 
daß ich an ihre sehr frühe absichtliche Vernichtung zu glauben 
geneigt bin ^). Hatten sich in diesem Punkte meine Hoffnungen 
als trügerisch erwiesen, so überstieg der sonstige Erfolg meiner 
Forschungsreisen doch die kühnsten Erwartungen. Freilich war 
es wohl bisher noch keinem Gelehrten so wie mir vergönnt ge- 
wesen, dank der Teilnahme und der gütigen für solche Zwecke 
immer bereiten Unterstützung des preußischen Staatsministeriums, 
die ich auch hier rühmend hervorheben muß, schon auf jener 
ersten Beise volle sieben Monate durch den größten Teil Deutsch- 
lands und der Schweiz von Ort zu Ort zu ziehen und mit eigenen 
Augen den Bestand der Archive zu untersuchen, wozu dann von 
meinem neuen Wohnorte aus, im Jahre 1881, noch eine Reise 
nach England kam. Nach einigen Monaten drängte sich mir 
die Überzeugung auf, daß es ein Unrecht wäre, das reiche 



1) Den wenigen von Burkhardt nachgewiesenen vermochte ich nur 
noch einen unbedeutenden Brief Spalatins an Luther anzureihen. Trotz 
dieses erheblichen Mangels muß doch der sonstige Briefwechsel Spalatins, 
der im Druck mehrere Bände umfassen würde, als von nicht zu unter- 
schätzender Wichtigkeit für die deutsche Reform ationsgcschichte bezeichnet 
werden. Denn abgesehen davon, daß er das reichste Material für die 
leider noch immer nicht geschriebene Geschichte der Universität Witten- 
berg, bei der Spalatin bis in seine letzten Lebensjahre als Oberbiblio- 
thekar und gewissermaßen als Curator fangirte, enthält, kann man allein 
aus demselben erkennen, wie das neue Kirchen wesen sich allmählich con- 
stituirte, wie die Gemeinde-, Patronats- und Pfarrverhältnisse sich nach 
und nach entwickelten. Sollte es einmal zu einer wissenschaftlichen Ge- 
schichte der Reformation in den sächsischen Ländern kommen, so wäre 
jener Briefwechsel eine Hauptquelle. Bekanntlich hat Neudecker an eine 
Herausgabe desselben gedacht und zu dem Ende eine große, jetzt auf 
der Gothaer Bibliothek befindliche Sammlung derselben zusammengebracht; 
leider sind aber die Abschriften vielfach ungenau, besonders unsicher auch 
in der Datirung, nicht selten auch ohne Angabe des Fundorts, so daß 
diese Sammlung nur mit Vorsicht zu benutzen ist, aber, wenn sie auch 
längst nicht vollständig, doch als ein dankenswerter Grundstock bezeichnet 
werden kann. 



IX 



Material nicht allen Forschern zugänglich zu machen oder es 
etwa nur in einem Quellenbande einer Arbeit über Luther an- 
zufügen. Ich wählte daher die vorliegende Form eines Supple- 
ments zu den bisherigen Lutherbriefsammlungen. Daraus, daß 
dies nicht von vornherein beabsichtigt, erklärt es sich, daß, 
während ich alle Briefe von und an Luther in extenso wieder- 
gebe, von den Briefen der Zeitgenossen oft nur kleine Bruchstücke, 
die bei der Lage der Dinge nachträglich nicht mehr zu ergänzen 
waren, mitgeteilt werden konnten; doch dürfte das für Luther 
Wichtige damit vollständig gegeben sein. Daß ich mich nicht 
darauf beschränkte, blos bisher UnveröflPentlichtes abzudrucken, son- 
dern, dem Beispiel Burkhardts folgend, Nachweise und Eegesten 
der seit Burkhardt bekannt gegebenen oder von ihm übersehenen 
Briefe von und an Luther mitgeteilt habe ^), wird jedem er- 
wünscht sein, der mit mir die Verzettelung der wichtigsten Pu- 
blicationen in den verschiedensten oft entlegensten Zeitschriften 
beklagt. Sollte ich dabei nicht die gewünschte Vollständigkeit 
erreicht haben, so darf ich den Umstand, dafs mir bei der an 
Zeitschriften bitter armen Erlanger Bibliothek Vieles nur sehr 
schwer zugänglich war, zu meiner Entschuldigung anführen. Auch 
dem immerhin möglichen Tadel, Einiges etwa als ungedruckt be- 
zeichnet zu haben, was längst gedruckt ist, glaube ich mit Buhe 
entgegensehen zu dürfen, da dies kaum bei anderen als solchen 
Schriftstücken zutreffen dürfte, deren bisherige Unkenntnis ich 
mit den meisten Lutherforschern teilen würde, an die also wieder 
erinnert zu haben nur von Nutzen sein dürfte, wie es mir auch 
nicht unpassend schien, einzelne Stücke aus sehr selten gewordenen 
Schriften neu abdrücken zu lassen. 

Im Interesse späterer Forschung wird es sein, wenn ich 
etwas ausführlicher über die von mir durchsuchten Archive und 



1) Die von Knaake mitgeteilten Briefe Scheurls an Luther, die 
durch ein unliebsames Versehen übergangen waren, sind in den Nachträgen 
registrirt worden. 



Bibliotheken berichte, wobei ich yoranssoliicke^ daß ich in erster 
Linie die BriefUtteratur im Auge hatte. Die Ton mir persön- 
lich, aber ohne Erfolg besuchten Archive nnd Bibliotheken sind 
in alphabetischer Beihenfolge diese: Bamberg, Bibliothek und 
Archiv; Basel, Stadtarchiv; Berlin, Geh. Staatsarchiv; Erfurt, 
König]. Bibliothek; Dessau, Herzogl. Bibliothek; Dresden, Bib«- 
liothek und Staatsarchiv^); Eschenbach bei Hersbmck, Frh. 
V. Ebnersches Archiv (wo ich Kotisen ftber die Verbindung des 
bekannten Nürnberger Patriciergeschlechtes mit Wittenberg ver- 
mutete}; Frankfurt am Main, Stadtbibliothek; Gotha, Staats- 
archiv; Heilbronn, Stadtarchiv; Hereford in England, bischöf- 
liches Archiv (wo ich zom wenigsten Briefe Melaachthons an 
Bischof Fox zu finden hoffte); Magdeburg, Staatsarchiv; 
Meuselwitz bei Altenburg, v. Seckendor&ches ArcMv ^); Nürn- 
berg, Stadtarchiv, Stadtbibliothek, Germ. Museum; Schmal- 
kai den, Kirchenbibliothek; Weimar, Großherzogl. Bibliothek; 
Würzburg, Staatsarohiv und Bibliothek; Zürich, Staats'- 
archiv ^). 

Anfragen, ob Briefe von oder an Luther, Melanchthon oder 
sonstige reformatorische Persönlichkeiten vorhanden seien, wurden 



1) Es gereicht mir zur Freude, hierbei constatiren zu können, daß 
ich im Archiv zu Dresden nach mehrwöchentlicfaer Arbeit zu der Über- 
zeugung gekommen bin, daß daselbst auch nicht ein Blättohen, was for 
Luther in Betracht käme, aufzufinden ist, was nicht der bis zu seinem 
Lebensende unermüdlich fleißige Lutherforscher Seidemann schon be- 
nutzt hätte. 

2) Meine von verschiedenen Gelehrten geteilte Yermutong, daß in 
diesem, Jahrzehnte hindurch unzugänglichen, Archive seiner Zeit Be- 
formationsacten zurückgeblieben und noch erhalten sein könnten, er- 
wies sich also als unrichtig. Aus älterer Zeit fand sich daselbst nur 
noch der Briefwechsel T. L. v. Seckendorfs mit zeitgenössischen Ge- 
lehrten. 

3j Auf der Bibliothek zu Zofingen fand ich wegen Abwesenheit des 
Bibliothekars keinen Einlaß. Da anf eine später dahin gerichtete An- 
frage keine Antwort eingelaufen ist, nehme ich an, daß daselbst für meine 
Zwecke nichts mehr zu haben war. 



XI 

Terneinend^) oder unter Hinweis auf schon Gedrucktes beant- 
wortet u. a. von den Staatsarchiven: Amberg, Coblenz, Darm- 
stadt, Hannover, Idstein (je^^t Wiesbaden), Karlsruhe, 
Münster, Wolfenbüttel, Wien; den Stadtarchiven zu 
Bernbarg, Braunschweig, Eßlingen, Frankfurt, 
Görlitz, Schwftbisch-Hall, Heilbronn, Isny, Mem- 
mingen, Mühlhausen, Oschatz, Soest und dem gräf- 
lichen Archive zu Wernigerode. Bei einer Beihe von anderen 
Archiven, von denen ich keine Antwort erhalten — ich habe n. a. 
an die m«ifiten Städte, an die Luther geschrieben, wegen Briefen 
an ihn angefragt — , wird es sich eben so verhalten. 

Um so reicher war die Auebeute anderwärts. Oben an steht 
di& Bibliothek zu Hamburg, deren reiche Schätze an Briefen 
an Luther merkwürdigerweise bis auf einige in den „Unschuld 
digen Nachrichten'' abgedruckte bisher unbeachtet geblieben sind; 
dann dürfte das an Beformatorenbriefen nächst Weimar woM 
reichste Archiv, das anhaltinische Staatsarchiv zu Zerbst, zu 
nennen sein, — es wird wenig reformatorische Persönlichkeiten 
geben, von denen sich dort nicht Briefe fänden; dasselbe gilt von 
der ebenfalls noch längst nicht ausgenutzten großartigen Briefsamm- 
lung auf der Batsschulbibliothek zu Zwickau und dem dortigen 
Stadtarchiv, sowie von zwei Briefcodices in der v. Wallen- 
bergschen Eirchenbibliothek zu Landeshut in Schlesien, die 
außer für die Briefaammlungen De Wettes und Bretschneiders 
noch kaum ausgebeutet zu sein scheinen und namentlich für die 
Zeit nach Luthers Tode wertvoll sind. Einzelne zum Teil sehr 
wichtige Beiträge lieferten die Stadtbiblioihek zu Breslau, das 
Staatsarchiv zu Coburg, die Eönigl. Bibliothek zu Stuttgart 
wie das dortige an Beformationsacten sehr reiche Staatsarchiv, 
(welches von Keim föx seine Arbeiten leider nicht benutzt worden 



1) Nur für Melanchthons Oorrespondenz bat sich noch Manches ge- 
funden, welches, soweit es nicht für Luther in Betracht kommt, später 
in einer besonderen Sammlung edirt werden soU. 



XII 

ist); die Bibliothek zu Basel, wo sich sehr viele ßeformatoren- 
briefe, auch Spalatiniana, finden, die schöne Yadianische Sammlung 
zu St. Gallen, das Stadtarchiv zu Augsburg, das Staats- 
archiv zu Nürnberg, wo die Briefe an Luther in den Brief- 
büchern des Eats wohl nur deshalb bisher übersehen worden 
waren, weil die alten Begister nur Dr. Martinus als Adressaten 
verzeichnen. In Bern konnte ich einen Spalatincodex benutzen 
und das hochinteressante Itinerarium des W. Musculus, das neben 
seiner Bedeutung für die Concordien Verhandlungen auch für die 
Geschichte des evangelischen Gottesdienstes zu beachten ist. In 
Zürich hat die unerschöpfliche, wie ich fürchte auch von mir 
für Luther nicht erschöpfte Simlersche Sammlung , dank der 
liebenswürdigen Unterstützung des Herrn Dr. H. Escher, wert- 
volle Briefe beigetragen. Nicht minder Wichtiges durfte ich dem 
Stadtarchiv und dem Archiv des Thomasstifts zu Straßburg 
entnehmen. Eine besondere Bereicherung unserer Lutherkenntnis 
werden ohne Zweifel die Benutzer meines Buches in den vielen 
Briefen und Notizen finden, die ich dem Thesaurus Baumianus 
verdanke, der abschriftlichen nicht genug zu schätzenden Samm- 
lung von Briefen, welche die Eeformationsgeschichte der Ober- 
länder und der Schweiz betreffen, die der verstorbene Professor 
W. Baum mit wahrhaft erstaunlichem Fleiß zusammengebracht 
und der Straßburger Bibliothek vermacht hat, und die tun so 
wertvoller ist, als die Originale seitdem zum Teil untergegangen 
sind. Es wird kaum nötig sein, darauf hinzuweisen, wie viel 
Neues über Entstehung und Entwicklung des Gegensatzes zwischen 
Wittenberg und den Oberländern, aus den Briefen der Gerbelius, 
Capito, Bucer etc. entnommen werden kann. — Konnte ich trotz 
angestrengtesten Suchens nach den Forschungen Burkhardts im 
Archiv zu Weimar nur noch weniges Neue finden — Einiges, 
was mir nicht zu Gesicht gekommen, läßt Burkhardt jetzt in 
Luthardts Zeitschrift für kirchliche Wissenschaft und kirchliches 
Leben abdrucken — , so boten um so mehr die großen Samm- 
lungen auf der Bibliothek zu Gotha, die Camerarische Samm- 



XIII 

luDg ZU München (Einiges auch das dortige Archiv). Daß sich 
auf der Bibliothek zu Wolfenbüttel noch vieles bisher üeber- 
sehene fand, wird niemand wundem, der sich erinnert, daß da- 
selbst ein großer Teil des Aurifaberschen Nachlasses aufbewahrt 
wird. Von den Briefen Luthers selbst dürften die aus dem 
Archiv zu Marburg, der Bibliothek des British Museum zu 
London und der Bibliothek zu Leiden entnommenen hervor- 
zuheben sein. Noch bis in die letzten Wochen fand sich Neues, 
was den Abschluß des Werkes verzögerte und zum Teil noch im 
Nachtrage mitgeteilt werden konnte. Gern hätte ich die in der 
Voigtschen Schrift auszugsweise publicirten Briefe Albrechts von 
Preußen ganz wiedergegeben, aber die betreffende sehr seltene 
Publication, die den meisten bisherigen Lutherforschern, auch 
Seidemann und Burkhardt, entgangen, in der ich die Briefe ganz 
abgedruckt glaubte, kam mir erst so spät zu Gesicht, daß es mir 
nicht mehr möglich war, die Texte aus dem Königsberger Archiv 
zu beschaffen; ebenso habe ich mehrere von 0. Waltz nur kurz 
citirte Briefe an Luther aus dem Bigaer Archiv nicht mitteilen 
können. 

Ich darf wohl sagen, daß ich keine Mühe und Arbeit und, 
„the last not least'^, auch keine Kosten gescheut habe; um so be- 
dauerlicher ist es, daß ich meine Sammlungen abschließen mußte, 
ohne doch die Überzeugung zu haben, daß ich aller Orten wirk- 
lich alles vorhandene Material eruirt hätte. Wer unsere deutschen 
Archivverhältnisse kennt, der wird sich über dieses Bekenntnis 
nicht wundem. So lange es noch für staatsgeföhrlich oder, wie 
man jetzt lieber sagt, mit den Interessen des Dienstes unverein- 
bar gilt, den Archivbesucher die Eepertorien einsehen zu lassen, 
wie das unter andern in den bairischen und preußischen Archiven 
noch der Fall ist, wird das Resultat archivalischer Forschungen 
immer zu einem großen Teile von der Liebenswürdigkeit, der 
Findigkeit und der doch in den seltensten Fällen zu verlangen- 
den Specialkenntnis der Archivare abhängen, und wird man nie- 
mals die vollständige Sicherheit haben, alles erlangt zu haben, 



was vorhanden oder anoh nur schon bemerkt worden. Und wi» 
Yieles ist überhaupt noch nicht bemerkt worden I Aber auch da, 
wo ich Actenstttek für Actenstöek selbst durchsuchen konnte^ 
kann es bei dem geradezu iLberwältigenden Beichtum an Befor-^ 
mationsacten nur zu leicht geschehen sein, daß etwas fibersehes 
wurde. Immerhin darf ich aber hoffen, daß das Neue, was ich zu 
bringen vermag, unsere Lutherkenntnis ein Stück weiter bringen 
wird. So umfJEuigreiche Forschungen anzustellen, war, wie begreif» 
lieh, nur möglich durch die vielseitigste Unterstützung. Ich mache 
nicht den Versuch, alle die Mftuner au&uzählen, die mir mit 
Bat und Tat zur Seite gestanden haben: ich könnte zu leicht 
in Gefahr kommen, den einen oder den andern aus Versehen zu 
übergehen, denn wohl mehr als hundert Beamte, Gelehrte und 
Forscher in den verschiedensten Gegenden Deutschlands, Eng- 
lands, Hollands und der Schweiz haben meine Forschungen in 
der aufopferndsten Weise gefördert; wo ich auch anklopfte, hat 
man mich im Hinblick auf die Sache, der ich diente, in lieben&k 
würdigster Weise aufgenommen, und wie manchen Bibliothekar und 
Archivar habe ich noch bis zuletzt plagen müssen mit der Ver- 
mutung, daß vielleicht da oder dort noch etwas sein könnte, oder 
weil diese oder jene Lesart unsicher schien, — ich spreche ihnen 
allen hierdurch meinen verbindlichsten Dank aus, vor allem aber 
meinem lieben verehrten Freunde Professor Eawerau in Magde- 
burg, dessen bekannter Gelehrsamkeit ich nicht nur viele treff- 
liche Notizen verdanke, sondern der mich auch bei der Correctur 
unterstützt und schließlich sich sogar der großen Mühe unter- 
zogen hat, das Namenregister anzufertigen. — 

Bezüglich der literarischen Notizen habe ich mich absichtlich 
auf das Notwendigste beschränkt und in der Begel nur die aller- 
neueste Literatur herbeigezogen. Die literarischen Nachweise 
Seidemanns und Burkhardts zu wiederholen, hielt ich für über- 
flüßig. Ebenso habe ich von dem Nachweis „fehlender Briefe^^ 
bis auf ein oder zwei besonders wichtige Ffille abgesehen, sonst 
hätte das Werk leicht um mehrere Bogen stärker werden 



XV 

köiiMD, ohne daß die Forsdrang daduroh etwas ErheblidieB ge- 
wänne. 

Was die Art der Edition anbelangt, so bin ich bestrebt gewesen, 
möglichst diplomatisch genan zn verfahren; nur in den seltensten 
FälleB, wo mir Abschriften vorlagen, habe ich mir offenbare Schreib*' 
fehler zu verbessern, anch in der Interpnnction Aendemngen zu 
mach^ erlaubt Von Conjoctnren, zu denen z. B. die vielfach 
verderbten Texte Baums und die meist sehr schwer zu lesenden, 
überaus flüchtig geschriebenen, in der Stilisirung nicht selten sehr 
kOhnen Originalbriefe der Straßburger Beformatoren Capito und 
Bncer aufforderten, habe ich in der Begel abgesehen und auch 
offenbar Unverständliches stehen lassen, um nicht Gefahr zu 
laufen. Eigenes hineinzulesen oder durch mein Urteil die Auffassung 
des Lesers zu beirren. Wo ich ein Fragezeichen hinzusetzte, 
heißt das in den meisten Fällen nicht, daß mir der betreffende 
Satz oder Ausdruck unverständlich gewesen, sondern daß ich 
über die alleinige Möglichkeit meiner Lesung in Zweifel bin. 
Manche Ungleichartigkeiten in der Wiedergabe, z. B. in der 
Schredbung von ae und q, & und et, ss und ß, der Wiedergabe 
der Abkürzung oder deren Auflösungen, sind dadurch entstanden, 
daß ich manche Abschrift von weit her geschickt erhielt und, 
ohne das Original zur Yergleichung zu haben, es nicht wagte, in 
der Schreibung Aenderungen vorzunehmen. Der besseren Ober- 
sicht halber habe ich alle Namen der Orte und der zeitgenös- 
sischen Persönlichkeiten cursiv drucken lassen. 

Trotz aller Sorgfalt und Mühe — nur wenige dürften er- 
messen, wie viele Zeit, die ich lieber ausschließlich auf die eigene 
Terwertung meiner Forschungen verwendet hätte, diese Edition 
gekostet hat — , wird es ohne Lese- und Druckfehler nicht ab- 
gegangen sein. Möchte man darüber in Anbetracht der großen 
Schwierigkeiten, die zu überwinden waren, um ein so zerstreutes 
Material zusammen zu bringen, nicht zu streng urteilen. Ich 
selbst tröste mich über die Mängel, die meiner Arbeit anhaften, 
mit dem Gedanken, daß wir hoffen dürfen, durch Knaake in 



XVI 

seiner projectirten kritischen Lutherausgabe auch Luthers Brief- 
wechsel in neuer mustergültiger Gestalt zu erhalten, und würde 
es mich freuen, durch die vorliegende Sammlung auch meiner- 
seits zu dem großen Werke einen Beitrag geliefert zu haben. 
Yorerst geht mein Wunsch dahin, daß dies durch mancherlei 
Umstände verzögerte Werk nicht zu spät kommt, um noch zu- 
gleich mit mir von den Vielen, deren fleißige Hände sich rühren, 
um dem deutschen Volke seinen Luther bis zum Jubiläum neu 
vor die Augen zu führen, benutzt werden zu können. Es wird 
an solchen nicht fehlen, die aus Besorgnis, den Hömlingen neuen 
Stoff zu übler Nachrede zu geben, das eine oder andere lieber nicht 
veröffentlicht gesehen hätten. Dem gegenüber muß ich erklären, 
daß mir bei meiner Auffassung von den Aufgaben der geschicht- 
lichen Forschung das Organ für derartige Erwägungen fehlt. Die 
moderne römische Pseudohistorik wird mit allen ihren Schmähungen 
Luthers das historische Urteil über ihn auf die Länge doch 
nicht zu trüben vermögen, und wenn es wirklich Protestanten 
geben sollte, die durch die Erkenntnis „des Menschlichen, ja 
Allzumenschlichen" in Luthers Persönlichkeit an seinem Werk 
und seiner Kirche irre werden können, so würde sich daraus 
nur ergeben, daß sie das Wesen evangelischen Christentums nie- 
mals eifaßt haben. 

Erlangen, den 17. December 1882. 

Th. Eolde. 



1510. Jan. 

Joh. Tetzel an Decan und Capitel in Bautzen. 

{Hai die Verlängerung de» Ählaaae» zu Chtnsten de» Kirchenhaues in Bautzen und 

der JDeutschordensherren ausgewirkt, überträgt da» Geschäß zwei Canonikem unter 

Instruction über da» dabei innezuhaltende Ceremoniell.) 

Post sui humilimam commendationem g. & p. magnifici ac 
Eximii viri domiDi obseruandissimi, post datas literas quas in 
praesentiarum mitto de contributione in cistam in ecclesia Bu- 
dissinensi commemorata (?), ego eodem die in sero ex Fri- 
hurgo excepi post longam et multiplicem solicitacionem con- 
sensom a dominis meis ^) quod gratia Jubilei apud vos et in 
ecclesia vestra JBudissinensi permanere debetur usque ad oc- 
tavas pasce cum omni plenitudine in qua antea me praesente 
apud vos fuit, ita tarnen quod medietas obventionum in Cistam 
cederet Ordini Teuthonicorum et reliqua medietas pro fabrica 



1) Am 8. Januar 1510 schreibt Tetzel beinah wörtlich ebenso von 
Straßburg ans an den Rat zu Görlitz: „Ich habe auch bey mein hemn 
Erworbenn mith großer mühe vnnd arbeit, ßo es ewr Namhafit : gewilligt 
sein wellt, das ir in eur kirchen haben mogeth das heilig gülden Jar in 
massen wie in meinem beiweßen, das off den achten tagk nach Ostemn 
mit dem anhange das die helffte des einkumens derweiße wie vor, dem 
heiligen deutschen Orden gefallen ßolde, die andere eur pfarkirchen/' Bei 
Koerner, F.: Tezel, der Ablaßprediger, Frankenberg in S. 1880, S. 140. 
Da außerdem dort ebenfalls der Dechant von Bautzen und P. Euchler be- 
vollmächtigt werden, dürfte der vorliegende Brief aus derselben Zeit her- 
rühren. Die Bezeichnung Argentinensis wird demnach nur auf Tetzels der- 
maligen Aufenthalt zu beziehen sein. Auszüge aus Tetzels Predigten in 
Leipzig aus dem Jahre 1508 im Archiv zu Zerbst v. Y. f. 222^ n. 54. 

Eolde, Anal. 1 



ecclesie vestre. Istam solicitacionem ego fere in bonum vestre 
iDsignis ecclesie quam libenter pro summa mea virili, si 
possem erigere vellem. Si ergo iste meus labor et bona esti- 
matio vestris excellenciis placerent, tunc Gommissionem in ea re 
habere deberent eximii viri et domini vestrae ecclesiae De- 
canus dignissimus Reuerendus et Venerabilis Caspar Umbrich ^) 
vtriusque iuris doctor et Magister Paulus KuchUr *) in eadem 
ecclesia Ganonicus, quos etiam antea in meos collegas assumpsi 
per utriusque Lusacie oras, quorum etiam Gonstitutionem et 
traditam per me auctoritatem in praesentiarum irreuocatas ha- 
bere volo si et in quantum gratiam nostram cum adiecta con- 
ditione apud vos habere Tolueritis. Ego etiam misissem dictia 
Eximiis viris atque dominis Gonstitutionem legalem ad pre- 
missa peragenda in euentum acceptacionis predicte secundum 
consuetudinem negocii nostri, Nisi arbitratus fuissem vestraa 
excellentias verbis meis atque scriptis fidem dare creditiuanpu 
Quapropter ez quo auctoritas mea v. d. antea nota fuit et 
dicti domini per me quondam in collegas similiter assumpti 
fueruntf de quorum integritate et idoneitate quo ad dictum 
negocium ego rectam scientiam habeo atque de hoc in mundo 
dubitat nuUus, ego supersedi in mittenda constitutione legali 
pro predictis dominis ad eflfectum prorogationis nostri Jubilei 
in dicta vestra ecclesia, Sciens quod et michi atque dictis do- 
minis meis fidem credencie non negatis. Et si cum adiecta 
dicta condicione nostrum Negocium apud vos habere volueritia 
tunc ad diem vestris excellenciis placentem poteritis Grucem 
denuo erigere et prius apud vos consueta, si placuerit, circa 
adoracionem Grucis obseruare. In qua quidem erectione ita 
procedendum est, quod inprimis populo derectio denuntietur» 
(isto dimisso quod una dimidietas nobis cedere debeat) et ex- 
tonc Grux ponatur super cistam factoque processione secundum 
morem diei domini aut alterius festi, Glerus totus ad locum 



1) Vgl. zwei Briefe Ohr. Seheurls an denselben in dessen Briefbncl 
von Soden nnd Enaake I, 16 sqq. 

2) Ein [nnbedentender] Brief an denselben P. Enebler Ton Petr. Mo<- 
sellanEs dat. Lips. XVIII Dee. An. 1521, in Cod. Ms. II, 350 d. v. Wallen- 
bergschen BibL zu Landeshnt. 



erei^oniB Cniois secundum antiq^um modlim "v^d^t et ^^\mc 
domini Gommissarii vna cum penitentiariis, quos eosstitoil VQ^ 
luerint, accedant buantes Cracem cum ^imidl^tie cM^id^do 
vexilla regia prodejint ^) , Choro reliquum s\ibseq»ente , stante 
Cruce et positis in ordine Confessoribus atque Clero duo Ju- 
uenes secundum antiquum morem Grucem adorabunt primo 
vicedominis vicecomissariis collectam dicentibus. Quo finito 
Te Deum laudamus solemniter cantabitur, Et depost missa 
sacrificatur. Spero tarnen quod in propria persona apud vestras 
excellenoias ero ei, tunc curabo quod omnia fiant cum de . .^) 
oportunitate atque cum profecto <sic) vestrae ineignis ao Gatholice 
ecclesie, Cuius deuotionem ego per omnes oras germanie disse- 
mino. Et si in Ulis scriptis aliqua d. v. sese offerret ambiguitas^ 
ea4dem michi citissime in nostris expensis rescnbite ad JBam^ 
hergam vbi ero aut Nu^enherge uel in HerwipoU admis^ioneg 
dominorum soliciturus cum quibus in vestris Eximiis doRii* 
nationibus deditissijiie commendo. Datum vts. 

Fr. Joannes Teced eic, 

Commissariiis ArgentiDensis. 

Reuerendis Nobilibus ac Eximiis viris dominis Decano Se- 
niori et Gapitulo Bvdissinensis ecclesie Maioribus suis 
atque dominis obseruandissimis. 

[Orig. in der v. Wallenb. Bibl. zu Landesbut in Scblesien, Ms. I, 354.] 



1510. 10. Sept. 
Aus einem Briefe des Petrejus an Joh. Lang in Erfurt. 

D. Doctorem Jifaihyn ^) & M. Martifmm cum \fiS^ fio^-* 
täte nomine meo reuerenter saluta praecipue fratrem Joannen 
pocillatorem & Adamum seruum Atriensem. 



1) Sjopans i» p^ssione Domini von. Venantins Fortunatoa. 
?J Cod. 4ejitl, 4epot9? 

3) ist ^, oh. Nathi^ Professor im Erfurter Augnstinerkloster. tihsiX 
Ihn Tb. Eolde, Deutsche Angnstinercongregation'^ S. 137 fl 146. 169f 

^6. ?46f. 267. 391f. 

1* 



Hteronymiis Benedictes: hie ludi magister litterarij te 
saluere iubet. 

Holomu0ae ^) iiij Eid. sept. Anno 1510. 

[Orig. in Cam. Samml. in München XVI, 61.] 



1512. 8. Mai. 

Aus einem Briefe des Petrejus an Joii. Lang. 

Sancte Lange et sancte Martine orate pro me 

Vin. Eid. Mai Anno M.dxn. 

[Orig. in Cam. Samml. XVI, 62.] 

Joh. Lang, an den dieser Brief gerichtet ist;, wurde im Hoch- 
sommer 1511 in Wittenberg inscribirt^ und blieb daselbst bis 
2um Mai 1515. Der Briefsteller setzt hier auch Luthers An- 
wesenheit in Wittenberg voraus , derselbe würde demnach also 
sogleich nach seiner Bomreise wieder nach Wittenberg überge- 
siedelt sein, nicht erst auf Beschlu^g des Capitels zu Göln, wel- 
ches erst Pfingsten (30. Mai) stattfand; vgl. meine Augustiner- 
Kongregation, S. 242. 



1515. Anfang Mai*). 

Mutian an Joii. Lang. 

iBedaiiert der Einladung des Staupitz zum Frühstück wegen eines Besuches nicht 
folgen zu können, trägt Lang die Freundschaft des Eob, Hessus und Enricius Cordus 

an. Qrufi an Luther.) 

Mi La/nge, Vocatus ad prandium omnino descendere volui 
«t obsequi votis praestantissimi patris vicarij. Sed interuenit 

1) Olmütz. 

2) unrichtig habe ich (Augostinercongr. S. 262) angegeben, Lang 
wäre nicht in Wittenberg immatricolirt gewesen, weil ich ihn im Album 
nicht fand. Eine Untersuchung des Originals durch Eöstlin ergab aber, 
wie schon Enaake mir gegenüber brieflich vermutet hatte, daß Album 
Wittenb. ed. Förstemann, S. 38 statt Johannes Langkerur zu lesen 
ist: Johannes Langk erfm*, darnach wurde er Dominica decima (nach dem 
24. August) immatriculirt. Über ihn H. A. Erhard, Überlieferungen 
zur vaterländischen Geschichte. 1. Hefl. Magdeb. 1825. d. 6. ff. Meine 
Augußtmercongr. 262 f. 265 ff. 270. 308. 314 f. 322. 326. 362 f. 380. 394. 

3) Das Datum ergiebt sich aus der Anwesenheit Luthers und Staupitz*, 



hospes henricus vrbanus ^) ordinis Gisterciensis amicus eruditos. 
Itaque retentus domi te rogo vt meam absentiam optimo pre- 
sidi uestro pro tua comitate excuses. Iniunxit autem mihi et 
cuidam College meo Senatus canonicns vt statim a prandio 
adiremus d. Staupitium veluti pacificatorem optatissimum et 
ita faciemus deo bene volente. hie apemi tibi ianuam ami- 
cicie apud Edbanum et Euritium poetas inclytos. Yelis eos 
Erphordie redditis literis familiariter alloqui et dignos existi- 
mare quos perpetuo vti me diligas. Yale mi lange vale et salue 
et felix äbi et viue felix et Martinum deo deaotissimnm doc- 
torem salata meis verbis. 

Tuns Mutianus. 

Venerando Joanni Lange Professori Aristotelico viro Litera- 
tissimo suo. 

[Orig. in Cam. Samml. VIII, 21.] 



1516» 6. Dez. 
Mutian an Joh. Lang. 

(Üher Lang» Priorat. Launige Bitte, einem Untergebenen zu gestcUten, ihn ößer zu 

hesuehen. Urteil über Luther.) 

Deus te mihi servet pater optime. Si vestitus est Censor 
mormn hieronymfAS bene est. Nam tunicas hibemas hiero- 
nymo et antiquario conficiendas ne algeant boni viri cura- 
aeras. Lando factum. Cum n. rebus diuinis cum Martina 
viro doctiss., et deliciis Monachorum magno sanctoque Stti- 
pitio pr^is: ^quissimum est mi lange authores quibus summa 
est in religione nostra authoritas honore et pietate prosequi. Vi- 
dentur n (?) ab aliis deserti tuam fidem atque angelum inuocare.. 
Nuper (vt accepi) deambulare et ad me proficisci cupiebant.. 



die Ende April und Anfang Mai zn einem Oapitel in Gotha waren. VgL 
meine Angnstinercongregation, S. 263. 

1) Vgl. Krause, Eobanns Hessus. Sein Leben und seine Werke.. 
Gotha 1879. Bd. I, S. 38 u. ö. 



6 

DsAm h^G crebro eciam desldiosissimis C^obitis libertas et ro* 
miflsio: vt bini et bini apostolico exemplo profanos amicoti 
fialütent. Appellabis igitur hieronymum honorifioe et imm 
fiipiaciari velit rogabis. Si annuet dabis Gomitem helue^ium 
huno nostrüm qttem GhriBti lenitas et äiansaetudo placidaim 
euefo reddidit. Si respuerit (?) quiesoam hie tecmn pater 
prior. Niuis casum si formido, ne prospecta älbe niuis cali-^ 
gstütlbus OGulis cmra defringam ant cervices, tanG Antiqua 
rium soUierta et adiunge Heluetio« qai Baiali offieiam vt est 
tibi miUque GoniunGtissimnä obtolit. DiGitur n. Antiquario 
ille epitomen egregiam coneinnasse. Yale amieisa atque doctiss. 
pr. raptifii VI. deoemb. MDXVI. 

Tttus Muti(mt48. 

Eeuerendo patri priori Joanni lang Theologo Erfordicmo viro 
eruditiss. amieo honorando. 

[Orig. m Cam. Samml. VIII, 14.] 



1519. 24. Febr. 

Otto Beckmann an Spalatin. 

(Von einer ßnanxieUen Angelegenheit, Von Luther» Predigt gegen dtu Papsttum e<c. 

Urteil darvAer.) 

Adoepi, suayissime Spalatine, literas tuas humanissimas, 
qaibus eupis reddi eertior, an reditus^ quos vendere eapio, 
«int Sacerdotii, an vero Fatrimonii. Si Sacerdotio dioati essent, 
^uo paeto possem eos in meum vertere usum. Nihil ergo 
dubitandum est de hae re. Est peeulium hoe meum, destinandum 
pro meo arbitrio in quoscunque usus. Nihil saeri habet, sed 
piofanum est totum. Vendere eupio eos eensus Capitulo Eg^ 
olesiae omnium Sanetorum, quod tamdiu expeetaverit literas 
eonsensus, nee diutius sine suo, quam meo malo expeotare 
potest. Bogo itaque, velis demum eurare, ut sub nomine 
meo hae literae confieiantur. In qua re admodum mihi gratifi- 
Gäbere, ne qua ego, qua Ecclesia spe nostra de&audemur. 
.Quantum ad nostrum Elmterium attinet, nescio, quod possim 
pollieeri. Soripsi tibi antehae, nostrates, excepto uno, vel al^ 



terOt imparabaada probarei, ut Martmiam vide&ntur, qüamquam 
cum Martino minime conseütiant, quantum vedelicat sbtimet 
ad Fotestatem summi Pontificis, quae tk&^ eenveUi, iiec minui 
potest nostris latratibus. Facile vulgns profiainim audit mala 
sentientes de Yiris Ecdesiasticis« potissimum hac nostra tem- 
pestate, qua, peccatis nostris id demerentibus, Clerus fabula 
habetur in humana societate. Nuper bis diebus in sacris ca- 
thedrae Divi Petri fertur nescio quas nugas inter declamandum 
somniasse de Throno Pontificis, Potestateque clavium, quae 
omnia ab hostibus diligenter conscribuntur. Tu recte feceris, 
si Ämbsdorßo scripseris, ut Marüntim admoneat, ne sine 
causa coram vulgo de Pontifice aliisque Praelatis tarn petu- 
lanter loquatur. Alitur nescio quid monstri, sed Christus 
faxit, ne apud nos nascatur. Alia via pergendum est. Com- 
mentis equidem nostris non potest reformari Ecclesia, si refor- 
iBanda yenit. Haec Tibi ex pectore seribo, cul resy quam ho- 
norem Academiae scio curae esse. Vale. Ipso die Mattbiae 
Apoatoli Aniio Domini MDXIX 

Tttus 
Otho Beckman ^). 

Stto amicissimo Qeorgio Spalatmo Diyi Frincipis Saxoniae 
Coneonatori etc. ad Manus proprias. S. 16 D. 

fAbschr. iiä Cöd. Goth. 187 f. 247. Abgedruckt in Hekelii Maniptilus. 

Dresdae 1698. 8. 33 f.] 



1519. 10. Mär25. 

Aus einem Briefe Bucers an Beatus Rhenanus^). 

Martmum damnabunt universi. Attamen ut dogmata Mar*- 
Uni mordicus retineo ita spem minime abjicio fore ut olim 



1) Vgl. Erforter Matrikel S. S. 1517. Otto Beckmann de warburgk 
Mgr et licenciatos Juris studii Wittenbergensis gratis propter honorem 
8uae yniversitatis. 

2) Vgl. HorawitÄ, Des Beatus Rbenanus litterarische Thätigkeit. 
Sitzungsbericht der phil.-hist. Classe der Wiener Akademie, Bd. LXXI, 
S. 648; ßd. XXn, 328. 



8 

nos respiciat Christus suamque cnm doctrinam tum vitam nobis 
restituai 

Am Schluß. Salutat te meus Prior qui animo plane Eras« 
micus at non Martinianus. 

[Ans dem Thes. Baum, in Straßbnrg.] 



1519. 30. Mai. 

Mosellan an Joh. Lang. 

(Camerarius hcU ihm einen Orvß gebracht. Luther sei nach Coblenx berufen^ Von 
dem Briefe des Erasmu» an Kurfürst Friedrich. Von der hevorttehenden Diapw 

tatton.) 

Salutem mihi tuo nomine dixit Joachimus Camerarius 
adolescens nee indoctus nee indolis malae. Quod tuum officium 
apud me tanti est quam si longissimas scripsisses litteras. 
Neque enim occupationes tuas ignoro. Et sepe mihi stoma- 
chum monent qui ab amicis singulis pene diebus litteras ef- 
flagitant. Basütis (sie) tuus pene et meus factus est. Nam 
ad calcem eins describendo pene peruenimus. Martintis noster, 
quae res sophistis istis uertat male, denuo a Carola Milticio 
citra episcopi nostri authoritatem et summa cum Friderici 
principis indignatione Confluentiam vocatur. Sed frustra. 
Neque enim princeps prudentissimus huic fraudi hominem in- 
nocentem exponere vult, sed rem totam cum Treuirorum prin- 
cipe agere et hunc nebulonem a Germanis suis quasi trans- 
fugam suo tempore ulcisci. Videbis Breui Erasmicam episto- 
lam qua vir ille Martini innocentiam Fridericko Heroi pru- 
dentissime commendat. Nunc haberi non poterat. Disputatio 
quantum video hoc hominum commento nihil mouetur. Neque 
enim quidquam adhuc de supersedendo audio. Bene vale et 
Reuerendum patrem D. Vsingen priorem tuum reliquosque 
omnes nobis charos reuerenter saluta. Lipsiae 3. Galend. Ju- 
nias, An. M.D.XIX. 

Tuus Petrus Mosdlanttö. \ 

/ 



Beuerendo patri Dn. Joanni Lango theologo insigni et Augusti- 
nianae religionis per Saxonicam Ditionem vicario suo inter 
amicos amicissimo fratri. 

Erfurdiae. 
[Orig. Cam. Samml. XVI, 8.] 



1519. 19. Juli. 

Aus einem Briefe Heinrich Stromers (Auerbach) an 

Spalatin. 

(über die Leipziger jyiaputaHon^ der er heigewohnt.) 

Mirum dictu, quanta modestia theologica eruditio sancta 
manabat ab Martino, vir mihi recte dignus est immortalitate, 
nihil nisi quod solidum evangelica maiestate et Apostolorum 
scriptis confessus, plures aut iusticia dedecorosa, aut malicia 
infecti cum calumniati sunt, fuit ipse innocentissima ovis 
inter lupos. 

[Orig. anf der Bibliothek zu Basel.] 



1519. 19. Nov. 

Joh. Hess an Joh. Lange. 

(Ist au8 Italien zurückgekehrt um seiner Gesundheit wiUen und um Luther zu hören, 
der in Italien viele Freunde habe. Von seiner Ankunft in Nürnherg und dortigem 

Freundeskreis etc.) 

Beuerendo patri Joanni Lango Augustiniano sacrarum litera- 
rum professori cum docto tum sancto amico suo anti- 
quissimo. 

Sola fides et amicitia ^). 
Beuersus Bmoniam (nam Romae fui adijssemque et Nea- 
polim ni Latrones id prohibuissent) amantissime mi pater in- 



1) Drei andere Briefe mit derselben Überschrift an Lange : Nyssa die 
conceptionis virginis 1513; Lätare 1514; ex Nyssa invigilia dini Jo- 



10 

WBüi literas tuas^ Jesu bone quam gratas. De Lipsica discüe- 
ptaticHie illico amatoribad Martini nostriy quorum magna copia 
in Italia, res legendas exhibui, ottines summa cum laeticia 
legBrünt ei; eo vehemeutius gaudium, quod Indulgentiarii illi 

Romani kaXtanore^ol xal asevXa fÄaxaQiofjLlvoi (veri ita a 

deploratis nostrae aetatis Graecis vocati), diu ante victoriam 
ex literis Eccianis triumpharent. Sed de bis coram aliquando 
et brevi ut spero. Italiam enim reliqui ante paucos dies 
ob duas praecipue catfösäs: consulendi valetudini meae, cui 
Italia ad duos fere annos multum adversabatuf (?) ^). Deinde 
audiendi Martini gratia. Nam una ego cum integerrimo ac 
vtriusque linguae sine controuersia doctissimo viro Croto 
Bubiano ^) CoUegio Theologorum nuper sumus adscripti '). 
Itemque nunc vado Vitenbergam ignorawtibüs meis otünibus 
patfo&is quod me altius in Italia esse credtint. Die Anima- 
rtim sub sölis occasu Norihergam veni et ecce pes aiiistet 
fevitei* sauciüs (cura omni in itinere negfecta) in feucibtts Jül- 
liarum alpiüm nocte prima in tantum abijt tümorem ut et 
cordi insidias poneret. Sed id mali medici prohibuerttnt per 
decem dies, ne pedem meum e paterna domo^), conuenerunt 
me dulcissimi amiculi inter quos omnium officiosissimi 
D. Wenceslam lAnck noster et Fugim nee Birckamarus suo 



hannis 1514. In dem Bckfe vom 8. Dez. 1518 heißt es: me m orationes 
tuas commendo fratrumque tuomm imprimis Martini patris mei, cnins 
mihi diligens recordatio, quos omnes salnos opto, patrem Wenceslanm. 
Bechensteiner (yielleicht Petzensteiner), Hessum meum (Cod. Goth. 399). 
Über Joh. Hess vgl. C. Kolde, Job. Hess, Breslau 1846; J. Köstlin, 
Jah. f^ess. etc. in Zeitschrift des Vereins für Geschieht« und Altc^rtums- 
knnde Schlesiais, Bd. VL 

1) Im Cod. nicht ganz leserlich. 

2) Vgl. dessen Briefe an Hess, bei Kr äfft, Briefe und Dokumente, 
Elberfeld [1876], S. 15. 19. 27. 

dl> Danach wäre Hess, nicht, wie mein Vatear (a. a^ 0«, S. 12 und vor- 
«fchtiger Eöstlin S. 107) annehmen, in Ferrara, sondern in Bologna 
Doctor der Theologie geworden, denn das ist doch wohl unter jenem Aus- 
druck zu verstehen. Vgl. Kampschulte de Joh. Croto Eub. Bonnae 
1862, p. 8 und weiter unten Mutiaa an Lang 1520, 1. Juli. 

4) Muß ein Wort f^en. 



11 

in sQie ettremud^) nisi et ipse male pedatus, congesseru&t 
ifi ynum varias nostrorum inprimis Martini yigilias ut sie 
itialas horas^) ob pedis molestiam bene collocarem. Sed vale 
et amicos saluos jube. D* Mutiamm^ Petremm Bauensem, 
Hesmifi, Jmam ac reliquam tnrbam, quam demum merare ^) 
ül»iio poteiut. 

Dst. Nu^nbergae XIX Noüembtis Anno 1519. 

Tuns Johatmes Hessus. 

[Abfichr. Cod. chait. Goth. 399 f. 228.] 



1520. 20. Jan. 

Bucer an Luther. 

XSehreibt «AtH auf Opund der hei dem Heidelberger Aufenthalt gemachten Bekannt' 

echaft, erxähU von Vorgängen gelegentlich einer Disputation über die Nächstenliebe, 

von Luthers Anhang in Heidelberg, von Sickingens Auftreten für Reuchlin etc) 

[Abgedr. bei £[rafft, Briefe und Dokumente aus der Zeit der Beformation, 

Elberfeld (1876), S. 16 ff.] 



1520. 16. März. 

Conr. Pellicanus an Luther. 

'(Von dem Druck Dutherscher Schriften zu Basel, von der Leetüre derselben im 
dortigen Minoritenkloster, Von der Antoesenheit des Kardinals von Sitten. Capito 
iü^ nach dem Osterfest nach Basel gehen. Über Luthers Gegner unter den Francis- 
hainern ^ tadelt die EtkJMnianer. Von dem GerüUihty Luther sei nach Aöhmen ge- 
flohen, er toie der Kurfürst seien gebannt, sein Bild in Born verbrannt. Allerlei 

Nachrichten.) 

Celebri Christianissimoque Theologo Doctori Martina Lutherio 
Augustiniano Wittenbergae, 
Mecto tibi Cönfessori christi Martina Lutheria Ego tuns 
Cönrädt4S pelicanus *) Minoritanüs tantopere faueo , deuinctus 



1) Abs^hr. extemUs. 

2) Abschr. males hores. 

3) Vielleicht iam numerare. 

4) Vgl. Job. Lonicerus in seiner Schrift gegen Alveld: Contra Ro- 
manistam fratrem 1520 Bl. Aiij: (in professione Franciseaüa) plurimi 



12 

sum, bonique praecator, Yt inter praecipuas curas meas iugiter 
inter orandum Divine clementie piis suspiriis offeram, te in- 
tegrum, sincere obtestor ^) in sanctificationem gloriosi nominis 
sui, Ecclesiaque prefectum te nobis diu incolumem, magna- 
nimum et in verbo christi uictoriosum prestet conservetque 
miserator dominus, Guius tu partes strenue nuper exorsus 
feliciter pergens, spero minime confunderis. Donat orationis 
gratia complures, quia exaudire dignabitur pro salute Ecclesiae 
suae sincere sollicitos. Summatim de pluribus tibi pauca 
scribens, perstringam. Obsecro ne averseris amici candidum 
animum. Hactenus quid studiorum Basüeae viguerit, accipe: 
de literis (?) sub autumno, Frobenio absente, familia sua Be- 
solutionem de potestate Pape presseruni Mox alius Andreas ^) 
omnia tua opuscula duabus partibus sive temis pariter dis- 
seminavit vt videbis, quae ego dudum legi: praeter defen- 
sionem in EcJcium, quam exorsus legere nondum absolui. 
Alius Adam ^) germanica tua multa edidit. Ac commentaria 
in Epistolam ad Galatas. Simulque Erasmicas Paraphrases 
omnes in Paulum, Excepta ea quae ad Hebraeos. Gompendium 
etiam locupletatum egregie invehens aperciore fronte, In in- 
dulgentias, in Gurtisanorum uesaniam, in Papae adulatores, in 
fidei ac graciae detractores. Vt ex professo, rem tuam imo 
Ecclesiae agere hactenus ei insolito more uideatur. Omnia 
hec forsan simul cum bis meis literis ex Franckfordensi 
Emporio recipies et gaudebis. Est praeterea mihi Concionator 
frater Johannes Luthardus dextro ingenio et eloquens ac Tir 
bonus Preceptorium tuum amplissimo auditorio recensuit, non 
sine fructu privatimque non patitur frivole tibi quempiam de- 



Luthero sunt amicissimi, inter qnos primo loco est Conr. PelicanuSf Ba- 
siliensis Cenobii pr^ses, vir Tita et ernditione orbi commendatas etc. 
Vgl. über ihn auch die Einleitung zuPellican, Conr., Chronikon, heraus- 
gegeben von Beruh. Kiggenbach, Basel 1877. Conr. Pellicani de 
modo legendi et intelligendi hebraea, herausgegeben von F. Nestle, 
Tübingen 1877. 

1) Cod. ter. 

2) Andreas Cratander. 

3) sc. Petri Buchdrucker. 



13 

trahentem, scripta tua auri instar appreciatur (sie) et legit. Alius 
frater lector Theologie Sebastianus Monster Melanchtoni tuo 
imo nostro non incognitus Linguanun trinm peritos et insignis 
Mathematicae universe professor, Scolasticae quoque Theo- 
logie, ab annis aliquot intei*pres ad fratres^ Mire ingeniosus, 
Ex auditoribus meis hactenus studiosissimus. Is cunctis suis 
studiis praeposuit laborem uersionis praeceptorii tui in linguam 
aulgarem, Imprimi curauit, cessit in commodum ingens quidem 
calcographo, Sed longe animabus proficiet lecturorum. Alias 
doctissimus Theologie professor dudum Tubinge nunc Fri- 
burgi firatres instituens, Jocmnes Ulmensis, paruulus corpore, 
ingenio, amplissimo, optimus religiosus et ipse Melanchtoni 
notissimus. Is mire zelat pro tuis scriptis molestat me in dies 
ne careat aliqua lucubratione tua. Yvlt semper ampliora. Ego 
omnium studiis faueo, faueo, laude. Et vt tua semper sine 
mora nobis transmitti eures, omnium maxime preeor obtestor- 
que enixissime. Gardinalis nuper afifuit Sedunefisis ^) egit apud 
episcopum nostrum Basiliensem alioquin tibi tuisque scriptis 
devotissimum , ne Augustiniani cuiusdam contra te frascas 
quisquam prelo ordiretur (?) quamquam nesciam, si quisquam 
impressorum adduci potuisset. W. Fabricius Capito spirat 
eruditionem tuam, Concionator ad populum. Verum incom- 
modo nostro post festa pascalia Moguntiam pro Basilea com- 
mutaturus. Luctu bonarum literarum. Bruno Amorbachius 
obiit mortem % Beatus Bhencmus abiit Seiestadium, pauci re- 
liqui nobis sunt et literario (?) profectus (?). Operier in dies si 
quippiam Curtisani moliantur in te, Papam enim, nisi ab eis 
provocatum non inique in te moueri, satis mihi persuadeo, qui 
longe modestius de statu et persona sentit papali, quam Cur- 
tisani illi improbi adulatores, A quibus nihil non molestiarum 
patitur. Diffamiam, Imposturas toto orbe terrarum ei infide- 
les, maxime omnium Bhome auribus ut nuper audiui, cum 
capitulum generale eelebraretur, Concionantes mendatia oppro- 
briis horrendis disseminata. 



1) Matthias Schinner. 

2) Oct. 1519; vgl. Zasii epistolae ed. Biegger, pag. 18 sq. 



14 

Obsecro ne me celare uelis, fratres illi qui fuerint, quo3 
uotas ^dversarios emi Edkio tuis scriptis ^). An^ior ne foi^q 
oostri minores sint zelosi quidem, sed 3iiie scieutia. Auers^-p 
toreß ha^teQus confratrum suorum quos Martinianos ^) dudmo 
p,ppeUare consiieueramus quibus eouti ceu Samaritanis Jude! 
dura ceryice recu^ant per te modestissime poissim admemiU. SSs 
jnmoribus Wütenh^getmbus novi Do^torem Petrum qui capi» 
tulup Lugdunense generale pergeps per me JRuieofium hospegi 
mihi fuit ßecundo, uisus mihi vir foonus, scire cup^rem 8i ii^ 
s^tiat nee ne. Yeretjor forte (ut nostrum mulli) ^pmoT^ 
nostri ordinis, gemr^Aem mini^trum acuida^mnm Scotiatam, 
Manßuescemt cum tempore. Guiusdam optimi naper patris scripta 
susicepi C9.usantis dolentisque impatientiae tuae noteim iiisigaem 
contra ^chium seribentis, vt ei videatiu* modestior EcJduSy 
Cuius (dgo nondum scripta ad te legi. la reliquis tuis egQ 
modestiam ampliorem non desidero, tali Argumente scribendi^ 
Nee^s^ videtur offendi einsmodi cavillatores secus minime cop 
ra^iuros. Emergit nobiBcum passdm Erasmicorum quorundajpa 
temeritas. Qui sine delectu odium imm^me con^it MoQacJii^ 
uniyersis, Pronuntiant superstitiosos phiuiseod, Deceptorea. fo 
miiversum inimici ceremoniarum , oblatrant confeosiQni diyinio 
cpltui ecclesiastico ritui. Verum plura r^forma^da in his Qon 
ambigo. Abusus multos d^teator. Sed ^trema secta^tiu:. Go^t|^ 
Buangelium contra Paulum contra Patres ineoÄSulte seribupt 
Non vt meliora uelint uel faciant sed ut quasgatnm (s^mwi^ 
conterant, deteriora superdueant, Coiifiteantur nihil^ Orent nih)}« 
Bideant omnia, Bonis adversentur, Judicent in pessjmum quiio^ 
quid displicuerit , propensos alioqui in uitia, infideUtat^oi ^^ 
C9^nis sapientiam vrgeant in praeceps magis. Qapio int^r scri-»- 
bßndum improbos conatus restringas, nondum ^) poud^f 41^^ 
tenus religiosi veniant emendandi non Elinmandi, Certe gemaus 



1) cf. Latheri Epistola ad Monachos ^onventns JutterboccensiB. Op» 
var. arg. II, 462 ff. 

2) Über die Martinianer vgl. Vogel, Leipz. Geschichtsbuch, S. TO. 
Zeitschr. für histor. Theol. 1839, S. 58. 

3) Wohl modum ?u lesen. 



15 

npstros in Christo captiuare, (teolinare pericula mundi, frateroa 
sodfllitate motniter adjuvari, Christi gratiam ingiter implorare 
praestat et Coremoniis non labascit (?). Tu velim eiusmodi mor 
Umifla improborum mendaciis fastioentur (?). Toto eonata 
Erasmid concalcant monaohatum Yerbo, scriptis et actibas rt 
olim Origenistae Origeni sie Erasmo Erasmid imponunt. 

F^ge obsecramus omnes in epistolas reliqoas, Ssaiam neu 
<^mittas: et statim Cum psalterio Nos onü[)imus adesse tibi spiri*- 
tttm sanctum. Tu suggerenda oonscribas Non in altitudine 
grandi sermonis sed verbo veritatis testimonio soripturaruio 
feruae (?) ^) ehristiano, non veritus pro ecclesia et consdentia'* 
Tum sanrta libertate uindicanda, quidquid aduersi oceurrat. 

Rumor, sed uagus et obscurus peruasit aliquos estate praeter 
rita profagisse te in Bohemiam. Nunc didtur de exeommumi'^ 
catione in Prindpem yestrum et te quin et comhußtam effigiem 
inam Rame garrulant. Ita fabulam mundo praestas. Bene«- 
feceris si crebro loquentem nobis te focias ne mortnum esti^ 
memus. Vtinam exeat negotium in Concilii generalis com-^ 
modum. Sperar^m meliora multa, Expergiscerent pastores et 
prophanis cederent diuinaque tractarent. An non Bhomani or- 
dinarii siue ritus oedere debet sensatum? Nunc per quad- 
ragesimam orationes, nescimus de quibus diuis, omnibus ce- 
teris «cdesiis in risum, quid patres nostri hactenus utrinque 
cogitauerunt ut nemo curare potuerit. Taceo tot fictas fabulas 
ueteres atque nouas sine ferme delectu insertas, quas audire 
cogimur et credere vel inviti. Nobiscum nemo non tibi 
magnopere fauet, sunt vetuli aliquot scioli, de inueterata fa- 
rina reliquie inuidia tabescentes, mordere volentes, sed non 
andent, obruuntur multitudine eruditioneque tuorum. Augusti- 
nismi Doctores duo nee aperte confitentur tua, loQge ^ecus 
atque tu doceas instructi dudum, Ordinis autem sui tarn 
splendidum omameiEtum Ubenter audiimt celebfarL Prior Ca- 
^onieomm regularium ad divum Leonardum mirifiqus tarn 
stadiorum quam studiosorum amieus eatenus summis te prae^ 
eordüs amat ut statuerit uisendi tui et coUoquendi gratia se 



■ ■ I I ■ ' I JJ ■ ' U ' " 



1} Tielleicbt serviens. 



16 

Wittenhergum aditurum, dum Capitulum Westvaliense prope 
tempus accessent. Ego relegi tertio Commentaria ad Galatas, abjeci 
prolixiores creberrimasque annotationes ad latera, phrasim tuam 
non redolentes Breviascula raraque reposui. Boni obsecro 
consulas. Si quid transmiseris egregie typis Frobenianis uel 
aüomm ornabimos Me totum habebis, dum licuerit per patres 
ut Basilee maneam. Oro autem iterum ac iterum complura 
mittas tuorum. Philippum Melanchtonem obsecro impeuse 
saluere ex me iubeas. ütrisque gratulor animos couuenisse in 
gloriam Dei. Cupiunt omnes fratres mei te semper valere in 
domino Nostri memorem, vt eruditionis tue fluenta iugiter 
percipere mereantur. Joanni Ecolampadio si quippiam Ati- 
gtistam transmiseris oportune recipiam. Est mihi ab antiquo 
amicus integer et humanissimus Capitonis nostri dum abierit 
ego lubens pro te partes obibo dum viseris. Vale optime, 
mi Marti/ne humilemque hanc meam narrationem sinceritati 
meae imputa Auspicateque amicicie arrabonem tene. Literas 
ego tuas vicissim non postulo sed libros C!ommentaria Volu- 
mina. Fac ne aliquid tuorum nos diu lateat. Ex Basilea 
Marcii XV Anno MDXX 

tuus ConradtAS P. Biibeaquensis fratrum 
minorum Basileae Seruus mea manu Bona Me. 

[Abschrift in Ep. variae mss. in 4°, p. 39 sqq. im Archiv zu Bern.] 



1520. 2. Apr. 

M. Bucer an Beatus Rhenanus. 

(Von »einer Freundschaft mit den Wittenbergern, Übermittelt einen Grvß Luthers, 
Nachrichten aus Wittenberg. Von Ecke Abreise na,ch Born. Von der Sache Beuch" 
Uns, der Schrift des Eduard Lee gegen Erasmus , von Hochstraten und dem Ver» 

dammungsurteü der Kölner,) 

F. Martmtcs Bucerus Beato Bhenano salut. 

D. Quas ad me dedisti literas XIII calend. Aprilis doctissime, 
idemque humanissime Beate, IIII nonas eiusdem accepi et habeo 
gratiam. In prandio eram cum afferentur, quo pacto ilico in oppi- 
dum nostrum concessi sciscitaturus quis eas attulisset et quocum 
rescriberem, quod unice cupiebam et ecce fortunam minime 



17 

novercantem et nactus sum qui Sjpiram statim profecturus 
esset et regrediens domum obviam habui, qui adferebat, 
quibus morem getere tibi maxime licet. Quae ista? Literae 
R. p. Martini Lutheri % Georgi% Spaloitiniy et Melanchthonis 
et inprimis quae Martini tui haec adscripta : (Si ßbet et meus 
animus gratus est Beato Mhenano, salutes eum nomine meo 
et omnes recti studii pietatisque christianae cultores.) Succurrit 
fortasse iUud tibi num corchorus inter olera? Saul inter pro- 
phetas? Id amicis quibusdam meis debeo, mi Beate, qui apud 
germanum nostri priucipis Wittenbergae ante aliquot annos 
agontes cum Luthero et Spalatino amicitiam jam pridem 
contraxerant minime vulgarem. Melanchthoni alias notus, nunc, 
ut videtur, opera Lutheri etiam charus. Porro ex bis literis 
unum hoc novi didici, vulgari quodam sermone de sacro Eucha- 
ristiae per Misnensem Praesulem populo illic interdictum esse, 
quod in eo optavit Luthenis per concilium aliquod decerni sub 
utraque specie et populo iUud tradendum. Ämici ejus Boe- 
micae factionis ipsum insimulant. Bespondit Äpologia vulgari, 
respondit jam et latina ^). Caeterum de Principe Fridericho, 
quantum ex Spalatini literis conjecto, qui apud eum plurimum 
potest, existimo brutum illud fulmen, nunquam non exprom* 
ptum ipsi haud magno terrori futurum. Neque tum in hunc 
neque in Martinum jaculatum adhuc audio licet creberrime 
ab hostibus jam emissum nuncietur. Fama est Bomanienses 
multa quidem moliri et praecipue Praedicatores sed qui ipsos 
rideant ne Bomae quidem desunt. Si caeteri non alio sunt 
praediti acumine atque Sylvester ^) adhuc diu securi agemus 
et justi. Legi hujus quandam epistolam quam vult Beplica- 
rum ut vocat vice haberi ad versus Lutherum: nihil vidi in 
vita neque arrogantius neque stultius. Puto homini et com- 
monem sensum deesse. Si de Principe praeter illud Mis- 
nen$is Praesulis Edictum et sermonis occasione excitatam 
novam tragoediam, neque Martinus neque Spalatintts quidquam 



1) Dieser Brief Luthers fehlt. 

2) Erklärung eÜ. Art. in dem Serm. des hochw. Sacr. 

3) Prierias. 

Eolde, Anal. 2 



18 

scripserunt (tarnen) optimam spem etiam nunc retineo. Eccitis 
Bomam abiit, sed non adiit neque adibit, liceat absurde mihi 
loqui, quando ille absurde quoque egit, Xgvaog ov X^ioTog 
virum excitaverat. Sacerdotium quoddam Angelopdli ^) a Prin- 
cipe coUatum fuerat ea lege, ut Bomam adiret, academiae jus 
illud deinceps conferendi obtineret. In qua re cum non fide 
bona agere deprehensus esset, insuper antistitem suum et Ca- 
nonicos contempsisset, postquam Äugustam venisset, ex itinere 
est revocatus, ac velut ex urbe redux donarijs a suis ridicul^ 
exceptus. Haec narravit D. Thom. Truchsess Decanus Spi- 
rensis istinc nuper reversus. Quinta Paschae in arce Lanstein 
Capnionis causa agitabatur. In Francisco ^) nihil desiderabatur^ 
in nostris omnia De Eduardo jam sciebam, nam quae adversu» 
bonas literas eduntur nostri primi sciunt. Condonandum hoc 
Angliae si post tot lumina etiam unum caudatum, hoc est 
scorpium alat. Hogostratm ^) sui similis perseverat, omnia po- 
tius et facturus et passurus quam quae ad pacem et pietatem 
conducunt. Lovanienses Lutheri omnia damnaverunt, quibus 
rogati Golonienses subscripserunt et suo illo gravissimo cal- 
culo Lovanienses tribus mensibus anteverterunt. Quamquam 
quid diu parturire opus, quum nisi noxiam viperam parturi 
erant? Mirum imo Stupor est, homines sie insanire, nedum 
Theologos. Instat et urget nuntius, non possum plura. Com- 
menda me quam diligentissime sodalitio istic omatissimo et 
singulatim studiosis bonisque omnibus. Bogo te si queas ta- 
bellarium nancisci Spiram profecturum ante III non. Majas, 
mittas literas ad Erasmum, nisi Interim is ad yos yeniat. Nam 
si ullae technae succedere poterunt eo tempöris Lovanium 
adibo. Coloniam adeundi mei causam dabunt. Ego ex me 
sumam ut et Lovanium visam. Et utinam occasio contingat 
numen illud videndi quam certe nemo te commodius praestabit. 
Multum oro ne desls huic ullo desiderio profecto ardentissimo- 
Bene vale. Vellem et Sapidum scribere. Si Maternus ac- 



1) Ingolstadt. 

2) Sickingen. 

3) Crem ans, De J. H. vita et scriptis. Bonnae 1869. 



19 



ceperit epistolas mox postridie eas habebo. Heidelb. Uli non. 

Aprilis MDXX. 

[Orig. in Schlettstadt; hier ans d. Thes. Baumian.] 



1520. 27. April. 

Luther an Johann Hess zu Breslau. 

(Dank für ein Überaandtea Buch. Über die Meaae.) 

[Mitgeteilt von C, Kr äfft in Theol. Arbeiten des rhein. wissenschaftL 

Predigervereins, Bd. H, S. 92.] 



1520. 7. Juni. 

Luther an Joh. Hess. 

(Bedauert, dufi ein Brief des Beaiua nicht an jenen gekommen sei. Von Eck» 
Triwnryphen in Rom und einer neuen Schrift dee Sylvester Pirieriae.) 

[Mitgeteilt von 0. Kr äfft in Theol. Arbeiten des rhein. Wissenschaft!. 

Predigervereins, Bd. II, S. 92.] 



1520. 1. Juli. 

Mutian an Joh. Lang. 

(Dankt für empfangene Bücher» über den Fortechritt der humanistiecJien Studien 
in Deutachland. Lob einea hiatoriach^n Werkea des Irenicua. Ob Luder oder Luther 
dieselbe Peraonf Sein und dea Zaaius Urteil über denselben. Interessantes Be- 
kenntnis über seinen eigenen Standpunkt.) 

S. d. P. Appetebat, doctissime patrum Lange, noster cele- 

berrimus dies visitate virginis salutifere: cum Ossenburgii 

Questoris vestri Comes et ipse ni fallor Eugerensis a tua sibi 

indulgentia commendatos Codices exhiberet, quos reuerentis- 

sime patentibus bracchiis acceptos statim a digressu vuest- 

phalici l^onastQ introspicere cepi, primum tibi tarn iucnndos 

tarn expolitos libros ^atulabar et sensi veram esse famam de 

illustri bibliotheca tua, de qua cum alii prestantes viri tum 

Braco communis amicus summa humanitate parique emditione 

preditus mentionem in Epistola fecisset. Mox ut legi germa- 

2* 



20 



niam a tenebris in claram lucem reuocatam, immo vero mira- 

bili ingenio laxiorem factam adiectis scythis et dacis (nam 

de gotthis et sarmatis non erat ambigaum, quin essent ab 

origine prima gentis germanice) exultaui fateor pre gaudio. At 

postquam reperi Elogia Martini, preconia phiUpjpi, landes 

Erasmi, peutingeri, Capnionis, prope ambrosia et nectare mihi 

frui yidebar. Sciebam in germania illustranda Iplurimum la- 

borasse Chtmradum Celtem preceptorem olim npstnpi: et item 

Gresemondum ^) Juniorem nobis dum Magunciaci ageremus 

amicissimum prestitere hi duo materiam Francisco Irenico *) 

juueni literatissimo quamuis yita defuncti. Congessere nonnihil 

sacrorum pr^sides Sphanheimensis vspergemis frisingemis: 

vt hos potissimum neminem. Verum quantum mihi cemere 

datur, adiutus et Irenicus opera Bilibaldi patricii Noren- 

hergensis viri vtriuaque, lingue peiitia nobilissimi. Neque 

dissimula si potest auxiliaris manus. Capnioms nosbi. te 

felicem phüippi Brettani discipulum ! Contigit tibi quod ad- 

huc nemini vt Chunradi Celtis vestigio cum immortali gloria 

insisteres. fiierit ille Gherilus (?), tu nimirum germanorum es ho- 

merus. delectat longe reposita narratio. stilus ubique intrepidus 

fortis et vere teutonicus : id est magnificus. Obstupesco legens 
tam grandia. Palam est inquit germaniam Italia grecia et 

tota Europa antiquiorem. Quid externi lectores dicturi sunt? 

Bidebunt, et somnia fortasse putabunt. Occurris grecorum 

auctoritate et quidem grauissimorum roboratus. Neque a Chao 

rem auapioabis vt hesiodus, sed ab arca Npe dßducis Tuisco- 

nem quem ego terr^ filium esse credidi. Letantur opinor 

in fortunatlB insulis si ad manes Irenici operis rumor de- 

scen4it: patar sanctissimus et Mannus et Ingeuon vna cum rege 



1) Theoderich Gresemond starb 1512 als Lehrer an der Mainzer Uni- 
versität. Mutian dürfte hier auf seine Schrift iAntiqnitates orbis et agri 
Mognnti^i anspielen; vgl. Aschbach, Die früheren Wandeijahre des 
C. Celtes. Wien 1869, S. 1^. 

2) Francisci Irenici Ettelingiacensis Germaniae Exegesis, Hage- 
noae Thom. Anshelm 1518. foL; vgl. Schellhorn, Amoenitat. lit. I, 
283, Horawit^, Nationale Geschichtsschreibung im 16. Jahrb., Hist. 
Zeitschr. 1871, Bd. XXV, S. 82 f. 



21 

Gambrinio et hercule alemanno et Meröurio Teutone ceteris- 
qae proceribus germanie quorum metooriam prope intetmörtaatn 
ab extremo interitu vindicasti. Neque passus es nostrates iM 
barbaros et indigne fers (tanta tua pietas est in patriam) si 
quando scriptotes maligne maiorum nostromm gesta exposuisse 
deprehenduntur. Macte igitur optime Jnuenis istius pietatis 
esto et communi gloriae quod facis stude. Neque enim nobis 
tantnm nati samus yt divinitus scribit Cicero sed eciam amicis 
et patriae. Et breuiter sie habeto vt vtar verbis quoque Cice- 
tonis: Omnibus qui patriam conseruauerint adiuuerint auxe- 
rint certum esse in caelo definitum locum vbi beati sempitemo 
äeuo fruantur. hie verbosa terminum habeat anoaxQOipfj ne 
putes me colorem et motum orationis omatui aecommodatum 
in humili et simplici sinceraque epistola quesiuisse. Significare 
tantum volui caput iudicij nostri de aiuctore: potissimum hac 
eaüöa vt tibi Monachorum politissimo gratum foceremus. Sunt 
n. haec tua verba : historicum mittimus tuum de hoc iudicium 
requirentes. varium mi lange et eruditum est opus. Graeca- 
nica symbola Beuchlin vt existimo et pyrkh&mer grecissimi 
contulere, denique in Universum ego tritum illum versiculuin 
suffi*agante veritate proferam: Sunt bona, sunt quaedam me- 
äiocria, sunt mala plura. quamvis vt corrigatur versus, plurima 
sunt bona vel mediocria, sunt mala pauca. 

Qui est ille Ma/rtiims luder qui interposito Jo fugio et 
DUGvmslao linckJoannem Langum sequitur et continenter prae- 
" cedit Siupüium ordinis vestri praefectum? Insignis est incuria 
'et notabilis ignorantia si hie in numerum redegitur quem eodem 
capite xlij principe loco dignatus est : non dicam iniuria quia fieri 
potest vt alius sit luder aliud häher. Quare inter poetas post 
Auentinum Spaloitmum nostrum integerrimum theologum? ^ 
post Stumum (?) nescio qua in regione volantem BiMcmwnv 
virum omnium horarum hoc est iocis et serijs pariter aptuiü 
et nuper Bononie theologorum insignibus donatum nominavit? 
an ideo quod bonus poeta bonus theologus semper sit habitus 
et e diuerso. Admodum mihi placet eruditorum nomencla- 
tura non solum amore studiorum sed propterea maxime quod 
vt Athenaeus tradit sub nomine philosophorum virtutes ipsas 



22 

admiramur. Qui Erasmum laudat eloquentiam praedicat, qui 
Capnionem praedicat admirandas linguas est mystica hebreorum 
attoUit. Qui vtrumque deamat is profecto veneratur et colit 
puram putam eruditionem et sarosanctam palladem qua nihil 
est in terris diuinius amabilius aut presjique adorandum. Jam 
vero mi pater quod sciscitas de Zdsio quid rectius dicam 
quam illud Irenici nostri. Cui iure datus videtur Varronis 
titulus ob virtutem atque eloquentiam. Et mihi Jurisperito- 
rum disertissimus et disertorum jurisperitissimus (de germanis 
loquor) semper et visus. de Martino non male sentit Zasius ^). 
Seit nostrae theologiae siue recentioris siue veteris satis peri- 
tum esse. Seit quantum sit lumen augustinianae factionis, 
Nouit quod interritus (sie) multorum impetus sustineat. plane 
cognoscit virum innocentem diris pontificiis iniuria obligari. 
Non est nescius quantum praegrauet hussitani nominis inuidia, 
quantum odii conciliet beata bohemia. arbitratur fortasse quieti 
populorum et concordiae plus allaturum commodi: si se pater 
ille contineret intra septa mansueti et taciturni Cenobitae: 
relicta parochis et agrariis sacerdotibus interpretacione legis 
diuine. Sunt alii neque improbi neque indocti quorum nominibus 
pareo: qui autumant sceleratum et impium esse sie leonem 
apostolicae maiestatis apicem ab homine bis religiöse lacerari. 
Ego nuUis dissensionum contumeliarum certaminum auctoribus 
accedo. Item accio quod ticio ^). Siue non mouenda moueant 
siue sopitas bohemorum naenias suscitent et vindictae studio 
reuerenciam Bomanae sedis violent refricantes cicatricem : nihil 
ista audacia 'ad hune tranquillum sibi et intus demum non 
extra et publice cauentem. atque haec modestia mitioris est 
ingenii et haud scio an prudentioris. postremo queris meam 
de pontificalibus decretis sententiam. Ego philosophorum pluris 
estimo quam sacerdotum. Antiquiora sunt illa, non patroci- 
nantur auaricie, toUunt ambitionem, morbus animi sanant, ha6c 



1) Über Zasius' Stellung zu Luther vgl. den Brief desselben an Job. 
Faber vom 22. October 1520 bei A. Horawitz, Briefe des Claudius 
Cantiuncula und Ulrich Zasius. Wien 1879. S. 35. 

2) Nomina fictarum personarum. 



23 

verae sub religionis praetextu predae cupidorum (?) porrigunt an- 

sam, factiosis arma, instrumenta contenciosis et habent non uno 

in loco indigna que canonicis literis id est nouo et veteri testa- 

mento adnumerentur. In defendenda tarnen pontificis digni- 

tate satis neruorum ostendunt et donationibus applaudunt vt 

XXiij q. V. et aliis in locis apparet. legi olim Erfordie Oc- 

chani (sie) libros. Infestus est Occhanus tum Ganonistis vti 

scribit tum Episcopis vrbis Bomae. Sed posteaquam vsus 

me plura docuit vsus inquam: qui Afranio sapientiam genuit 

matre memoria: singularem egi pythagoricum. Facere didici, 

obmurmurare dedidici et factus sum sicut mutus non habens 

in ore suo redargutionem Bene vale. Datum intra Kalendas 

•quintiles Mdxx. 

Chunradus Mutiamts. 

[Orig. in Cam. Samml. VIII, 16.] 



1520. 5. Aug. 

Martin Bucer an Luther. 

(Empfehlung des Otto Braun/eis. Grüße.) 

Christianiss. Theologo P. Martino Luthero Patri suo amatiss. 
in Christo. 
Salutem plurimam charissime pater. Quamquam plus 
satis erudiendo orbi occupatum te sciam ut nephas sit inter- 
pellari a private sanctissima tua studia, attamen quod inter- 
futurum te tuorum Synodo ^) arbitratus sum , et hie pater ^) 
utriusque nostrum amantissimus tui vero ut par est obser- 
vantissimus ad nos (?) amor tui, me compulit his quoque 
literis te salutare. Licet non dubitem proiimas quas lApsia 
misi, tibi praesentatas sperans fore ut per hunc patrem 
rescribas. Caeterum oro, non obliviscaris communis amici 



1) Er meint das Capitel zu Eisleben, welches Staupitz, um daselbst 
sein Amt niederzulegen, auf den 28. Aug. augesetzt hatte. Th. Kolde, 
Augustinercongr., S. 327. 

2) Ein Heidelberger Augustiner, der nach Eisleben zog und den Brief 
überbringen sollte. 



24 

nodtri Ottonis Carthtmani ^) quem tnae charitati nuper com- 
mendavi, daram servit servitutem, pharaone qnovis duriorem 
perferens tyraDDum eom qui pater esse ei debebat. Mirum 
in modnm consolabitnr si inter filios Deum adnumeraveris, 
idque «pistolio aliqno ad eum faeris testatus. Optime vale, 
optime pater et de tuis lucubrationibus aliquid significa. 
Gommendo quoque impense me SpäkUino integerrimo patroBO 
meo et phiUppo, quem alteram spem Germaniae suspicio et 
veneror, prima siquidem in te sita est et Erasmo cuius scio 
misereris quod bonas boras male coUocare cogitur dum ib- 
spondendum est Leo monstro, si non Ecdo nocentius certe 
malevolentius quamquam nescio quid ille non velit ire pessum 
sua sibi ut constet inanissima gloria. Itenim etiam vale. 
Expectat enim me bic pater omnino iam itineri accinctus. 
Heidelbergae Non. August. MDXX. 

filius tuus Bucerm. 

[Aus dem Cod. Banm. nach einer Abschrift in Bibl. Basil.] 



1520. 3. Nov. 

Sebastian Hofmeister ') in Constanz an Luther. 

(Trägt ihm »eine Freund$chaß an und fordert ihn auf, mutig fortzufahren.) 

Felicitatem. Si quis, Eruditissime vir, suo in te officio 
tuam mereri Amiciciam, Ego id audeo mibi promittere, me 
quoque te micbi meruisse Amicum, Esto studia in te mea Ad- 
buc tibi obscura sint, quippe qui nuUis Hactenus literis tuis 
fatigatissimis auribus obstrepui, ratus differendas donec in 
Apertum venirent res tue, Non quas timuerim lapsuras, sed 
quas videbam in dies magis malis ingeniis displicituras. Gon- 
tinui igitur me donec Extremum Hoc odium illorum In te 
excitasses, quo magis Animum In Te meum expertum baberes, 
qui rebus Aduersis placuit me tibi amicum esse, que res 
sane djfieillima dum fides Amici sola fortuna neutiquam spe- 



2) Otto Braunfels. Vgl. über ihn n. a. Krause, Hessus, S. 388. 

3) Keim, Schwab. Reformationsgesch., S. 15. 27. 



25 

randa est, Quid mihi de te promitterem qui si mala vota 
procedant, et hoc die migratmus es, Ita scriptis tuis rertlm 
omninm Summaram feliciter turbantibns. Sed pei^e Christiane 
libertatis amator, nichil moretar te Innictum Manere Minis 
Adnlatione, gere animum, Sat tibi praesidij vt Apud nostros 
Heluetios erit. Mirum est quod te Ament viri iUi, dignum te 
ob erudicionem dicunt cui patrocinentur, Liberalissime te ha- 
bituri smit si quando te Ulis credas. Si me dignum ducis 
quem inter amicos habeas fac scribe Ad me ut dulcissimas li- 
teras initi federis testes habeam. Vale ex Constantia 1520 
in. Nouembris. 

F. Sehastiantis JSofmaister Heluetius 

Sa. Li. doctor. Euangelista Apud 

minores Constardie. 

Erudito viro doctori Martino Luther, diui Ordinis Augustini 
WiUenberge. 

[Orig. in der Wolffschen Samml. d. Hamburger Stadtbibl., Vol. I, epist. f. I.] 



1520. 4. Dec. 

Aus einem Briefe des Thomas Blaurer an seinen Bruder 

Ambrosius. 

hutherus (sie) confessus sum nuper, qui nos exhortabatur ad 
manducandum corpus Christi, quod frequentes fecimus sub hoc 
feste. PMlipptis qui relictis humanis literis tomis se dedidit 
Gfaristianis et sacris literis ad quas et nos exhortatur vt nullus 
prope Sit ViUeniberge, qui non Biblia secum in manu secum 
ferat. 

Ltdhents psalmos praelegit, Phüipj^us paulum, alii alia. 
Sed omnes coniurarunt in Ltäherum atque adeo in q)iUppum 
ipsum. PhiUpptts uxorem duxit fere populärem, dote minima, 
forma mediocri, non magnam, sed seueram prope, sed charam 
et honestam et probam. 

princeps Saxonie fidericus (sie) nuper literis commonefecit 



26 



Ltdherum vt paret sese, nam futurum vt in principum conuen- 
tum vocetur qui erit Vormatie. 
pridie Nonas December 1521 ^). 

[Orig. in der Vadiasischen Sammlung U, 58 zu St. Gallen.] 



1520. 10. Dec. 

Aufruf an die Wittenberger Studentenschaft zur Verbren- 
nung der geistlichen RechtsbQcher zu erscheinen. 

Quisquis veritatis Euangelicae studio tenetur. adesto sub 
Horam nonam, modo ad templum S. Grucis extra moenia 
oppidi, Vbi pro Veteri et apostolico ritu impii pontificiarum 
constitutionum et scolasticae theologiae libri cremabuntur 
quandoquidem eo processit audatia inimicorum Euangelij, vt 
pios ac Euangelicos Luteri libellos Exusserit, Age pia et stu- 
diosa luuentus ad hoc pium ac religiosum Spectaculum con- 
stituito, Fortassis enim nunc tempus est quo reuelari Anti- 
christum opportuit. 

[Ans Feter Schumanns handschriftlichen Annalen (Eatsschulbibliothek zu 

Zwickau) I. 121.] 



1520. Ende^). 

Petrus Francisci an Luther. 

(übersendet Luther zwei Schriften des Thomas Murner mit der Aufforderung, ihm 

zu antworten.) 

Piissimo theologo, Martino Luther o amico. Petrtcs Fran- 
cisci, S. D. 
Prima die posteaquam egressus sum Saganoviam oblati 
sunt mihi a studiosis quibusdam alii duo libelli Thom^ Mttr- 
narii minoritani, unus de potestate Pap^, alter ad nobiles 
Germania : quos mitto : non quod diffidam te illos non habere, 
sed quia nomen fortasse autoris tibi ignotum est. nam nullum 



1) Schreibfehler für 1520. 

2) Luther erwähnt die Schriften Mumers zuerst in einem Briefe an 
Staupitz vom U.Jan. 1521. De Wette I, 542. 



27 

libellis inest nomen. Qaod quare omiserit diuinare non 
possum, nisi quod forte rem fortunae commisit: ut si non 
vicerit, nesciatur se fuisse autorem: vel si te deuicerit prae- 
mium extorquere possit a Komano pontifice, ac denno se 
prodere fuisse victorem. Signaui libellos nomine autoris: tu 
fac, sentiat te Martinvm esse: quin et nos omnes te videamus. 
Desyderatur responsio tua a multis: non quia huius nugae 
dign^ sint ut aliquid a te mereantur, sed ut huius nomen 
immortalitati dones uti Siltiestraniy Eccij, Emserani lAp- 
sensis romanistae & caeterorum. Age aliquid amicorum caussa. 
Nam ille passim se iactat, victum te esse iam. Spendet tri- 
ginta Volumina: & post haec impugnaturum se etiam ea qu^ 
illi responderis. Habet autem qui se illiciant (ut audio) 
blanditijs & muneribus. Parum aberit suapte ^) se illi prodant : 
tarn gloria torquet inanis, tam est deprauatus in te illorum 
animus, imo in omnes pie Christianos. Murnartts ab omnibus 
Argenforati despicitur ridetur exibilatur. Pauci & quidem 
male farinae, cucuUatam efferunt bestiam. Ad stipem illo 
abutuntur liberius dum licet. Praeter Gurtisanos quunque 
(sie) & desperate fidei homunculos, caerimoniarios item, non 
est a pl^be in magistratum usque, qui tibi, ut vere christiano 
non adplaudat. Tu ergo ut verus Christi miles, persta: 
triumphabis cum gloria Opt. max. & ecclesia in Petra Christo 
fundata. Vale. 

[Aus einem seltenen Druck, der genau beschrieben bei Böcking, Hut- 

teni opera I, 438.] 



1521. 17. März. 

Capito an Luther. 

(Mahnung mutig vorzuschreiten.) 

Marti/no Lutherio Theologo christianissimo suo praeceptori et 
amico incomparabili. 
S. Nescis, mi Luthere quantum profeceris rebus modo a 
pontificibus et mendicis queas subsistere. Equidem ut Chusi 



1) Vielleicht zu lesen: ut aperte se illi prodant? 



28 

pro David hactenus dissipanti ^) (sie) consilium Achitofel Dein- 
ceps vere vereor qui possum latere. Virulentissimus quidam 
Anglus*) in Erasmum scripsit Lovanienses et Colonienses Midae 
aliquot ex tuis conclnsiones condemnaverunt. In arenam igitor 
prodncor, qnamlibet invitas; tn ne retrocedas qaanta quanta 
faerint pericula expectanda. Vale Melanchthonem et Caro- 
lostadium reliqnosqne bonos vires nomine meo saluta. XYI Ea- 
lend. Aprilis Mogtmtiae ^). 

Scribito siquid me scire vis, Hutteno praestaret te per literas 
commendatos (sie). 

Tuns F. F. Ca. 

[Gleichzeitige Abschrift in Epp. var. XVII. 4^ fol. 6 im Archiv zu 

Bern.] 



1521. c. 19* Apr. 

Conrad Peutinger Ober Luthers Auftreten in Wörnfs. 

Am Aftermontag vor Datum zu ailfhoren ist Doctar Mar-^ 
tin Luter sambt ainem munieh zu wagen gefaren herkomea, 
bat fast vil aufsöher gehabt. leb bab dazemal mit bertzog 
Jörgen von Saehsen geessen. Er ligt zu berwerg bey berren 
Philips von Feils (Feilitseh) ritter, gehört bertzog Friderieh 
dem eburfarsten von Saehsen zu. Am Mitwuchen morgens 
bat er berren Hansen von Münkemtz ritter, so krank ist, 
zu beieht gebort und mit dem saerament furseben, und dar- 
naeh zu vier boren, naebmittag ist er gen bof erfordert und 
in personlieher gegenwurtigkeit Eayß. Mt., der eburfarsten, 
fursten, ander stende des reiebs und sonst vil leit, in ainer 
Hofstuben dureb den offieial von Trier angesproeben' worden, 
er bette vil gesebriben und gelert, desbalben wurd man ym 
etliebe bueeber under seinen namen ausgangen fürbalten, 
darauf er solt antwurt geben, ob er die selben bueeber ge- 

1) dissipavi? 

2) Edward Lee. 

3) Das Datum ergiebt sich aas dem Briefe Pellicanns, s. oben S. 13. 
Vgl. Baum, Capito und Bucer, S. 45. 



29 

macht und die für seine buecher halten, und ob er auch auf 
den selben buecher und was daryn begriffen wer beharren oder 
die widerrufen wolt. Auf solchs waren seiner buecher vil ent- 
gegen, der titel aller gelesen, dagegen er die antwurt geben, 
er hätte nit allein die buecher, der namen gelesen sondern 
noch yU mer gemacht, wolt die für sein buecher halten. Aber 
auf die ander frag, ob er auf dem was daryn begriffen beharren; 
oder was widerrufen solt: dweil die gros wer, bete demnach um 
ain bedacht. Kayß. Mt. underredet sich mit den churfursten 
und ward ym der bedacht bis auf Donerstag zu fünff hören 
nach mittag zugelassen. Am Donerstag ist er auf bemelt zeit 
wider erschinen auf ainem grossen sal, daselbs auch kayß. 
Mt., churfursten, fürsten und ander stende, alle pei*sonlich 
und sonst ain grosse mei^e volk von allerlay nation, doch 
babst potschaft nit Daselbs der gedacht official die sach 
wider anhub, erzelet ym den zugelassen bedacht und begert 
ferrer sein antwurt mit vermanung, dweil sein 1er durch 
babstlich heligkeit und etlich hochschulen verdampt, solt er 
die widerruefen eta etc., mit vil werten. Auf solchs er in 
antwurt komen und mit den titulen allein Kayß. Mt. und die 
weltlichen Fürsten angesprochen, doch daran gehenkt, dweil 
er zu Hof nit erzogen, wolt er ainem yeden sein titel wie 
dior wer geben haben, und redt ferrer, er hette an gesteren 
seine buecher beköndt, darauf beharret er noch, doch ob ym 
zuwider etwas darein on sein wissen und willen getruckt 
were, das wolt er für das sein nit halten. Der anderen ob- 
gemelten &ag halben hette er drey manung vor ym. Zum 
ersten, was er dem gemainen, schlechten Volk gepredigt und 
geschriben, das wer der heiligen geschrift nit entgegen, sein 
Widersacher betten auch das selb nie widerfochten, dartzu wer 
on not ainioh widerrufen zu thun. Zum andern, so hette er 
ioi den selben buechem auf bewegen seiner mißgönner den 
mißbrauch zu Eom angetascht, in ansöhung, das teutsche 
nacion da mit hart beschwert und solchs zu fürkomen ge- 
treuer monung gelert, das der heiigen geschrift nit zuwider 
sonder gemeß were, das gedächte er auch nit zu widerrufen, 
dann ym geistlichen rechten fursehen und ausgetruckt were. 



30 

was gleich wol der babst satzte und für recht haben wolt, 
das dem gotlichen rechten und der evangelischen leer entgegen 
wer, das solt nit craft haben. Zum dritten, so hette er sonst 
vil geschriben und gelert, das hielte er der heiligen geschrift 
gleichmäßig und so lang, bis er mit der heiligen geschrift 
und dadurch von yemandt, wer der were, anders underricht 
und überwunden wurde, alsdan wolt er das selb geren wider- 
rufen, dann Christus were doch got gewesen und hette jm 
passion zum Juden gesprochen: hab ich übel geredt, so gib 
zeugknus von dem übel, so er dan ain mensch und mocht 
geirrt haben, wa ym das in und mit der heügen geschrift 
anzaigt wurde, wolt er thun wie obstadt, furwar mit vil 
hüpschen reden. Dagegen der official yne noch fast auf das 
widerrufen vermanet, und zaigt ym an, er hette wider die 
heiigen concilia und insonder das zu Costenz gewesen ge- 
schriben, die doch von den cristenlichen Mrchen angenomen 
und bisher gehalten, auch nit not, vil mit ym zu disputiren 
und yne zu überwinden, dann er nichtz neues, sonder waa 
hievor die armen von Leon, Wiclepf, Huss und ander gehalten 
hetten, das alles doch von den concilien verdampt in sein 
buecheren anbracht hette. Luter sagt da wieder, die con- 
cilia hetten auch geirrt und zu mermalen widerwartigs und 
auch wider das gotlich recht Satzung gemacht. Der official 
vermaint nain, Luter ja, und wolt solchs beweisen. Mit dem 
hat der handel auf das mal ain End gehabt. Ward ain gröa 
geschray als Luter an dem ort wider abschied. In solchem 
er sich auch kayßerlichen Mt. undertanigklich bevolhen hat. 
Tm beschluß sprach er die wort: Got kum mir zu hilf^). 
Das erst mal als er zu kayß. Mt. hinein gieng war ich auch 



1) Die Straßbnrger Gesandten, die sehr snimnarisch berichten, schrei- 
ben Donnerstag nach Miseric. (18. Apr.), wie es scheint aber noch vor 
dem zweiten Verhör, das an diesem Tage statthaben sollte: „wir habent 
den Lutter nit wol mngen hören reden, dan er mit niderer Stim geredet " 
(Thom. Arch. zu Straßburg). Ebend. (Lade 14) befindet sich eine un- 
genaue Kopie des bei Förstemann, Neues TJrkundenbuch , S. 68 ff. 
mitgeteilten Berichtes. Zur Sache vgL J. Köstlin, Luthers Eede in 
Worms. Halle 1874. 



31 

fast fornen. Sprach er laut zu mir: Doctor Feytinger seyt ir 
auch hie? Und am Donerstag kam ich vor der verhör zu 
ym zu hof. Sprach er under andern frolich zu mir: Doctor, 
was thun weib und kind? Ich hab yn nit änderst gefunden 
und gesehen, dann das er guter ding ist. Was furter aus der 
sach wird muß man gewarten." 

[Aus dem Concept des C. Peutinger im Stadtarchiv zu Augsburg mitge- 
teilt von Th. Herberger in der Augsburger Allg. Zeitung 1868, Beil. 175^ 

S. 2658 f.] 



1521. 18. Mai. 

Nicol. Gerbellius an Luther. 

( Von den verschiedenen Gerüchten über seinen Aufenthalt und Tod. Bittet um Nctch- 
richten und heimliche Übersendung seiner Schriften. Grüße.) 

Magnamino viro D. Martino LtUhero^ Theologo, Domino et 
Praeceptori suo charissimo Nicolatcs Gerbelius. 

S. in Christo Jesu Crucifixo! 
De Te apud nos adeo incerta sunt omnia, ut nihil unquam 
videris audierisque incertius. Nam constans undique fama volat, 
per insidias Te captum esse; deinde vero occisum etiam, adacto 
in cervicem Tuam gladio. Sunt qui dicant, salvum Te Witten- 
bergam rediisse. Ex his, quodnam sit verum, ambigitur. Postre- 
mum certe nemo est eruditorum, vel proborum hominum, qui 
non ita esse cupiat. De priore, non credis, quam exultent, quam 
gratificentur Diis suis adversae partis adsectores. Insani ho- 
mines profecto et ignari, quantum malorum, quantum etiam 
humani sangvinis exposcat interitus Tuus. Nos sane, quot- 
quot adspiravimus ad Salutem et Libertatem quique Evan- 
gelii et verae Fidei Propugnatorem Te esse agnovimus, varie 
afißcimur, deque vita Tua, non credis, quam simus soliciti. 
Non quod hanc Tibi gloriam invideamus, ut mortuus Mundo 
vivas apud Superos, pro qvo Tu animo tam excelso, tamque 
incredibili constantia hos rerum motus exsuperasti, sed quod 
Evangelium Chriäti Tu cum paucis rectissime tractare visus 
es, et quo Duce non fallaci agebamur spe, restitui posse om- 



32 

nia, quae Majonim nostrorum injuria atque desidia fiierimfc 
oblitterata. Quare, mi doctissime Luthere, si me amas, si 
reliquos, qui adhuc mecum curam Tui habent, Evangeliique 
Dei„ per Te tanto labore, tanta cura, tot sudoribus, tot peri- 
culis praedicati, &c sciamos, an vivas, an captus sis. Nan]^ 
praerepta Tibi libertas scribendi et docendi nos, vel quonam 
in statu sint res Tuae. Interdicetur, si vera est fama, oninibus 
aqua et ignis, qui Libros Tuos legent, qui vera docuisse Te 
sunt credituri. Vides nunc, quae sit futura rerum facies, quae 
sit proferenda iis, qui Evangelio Filii Dei nomina dederunt. 
Faxit Dens, ut sincera et vera fide omnes omnium Inimicorum 
nostrorum insidias, dolos, fraudes non secus feramus, quam 
quae sunt vanissima. Caeterum obtestor Te per Amicitiam 
nostram, mi Luther e, ut Libros Tuos, post discessum tuum 
a Yangionibus editos, ad nos, si qua occasione fieri potest, 
clanculum transmittas. Cupimus vero omnes institutos a Te 
in totum Matthaeum Commentarios citissime absolvi. In bis 
enim formam nobis totius Ghristianae Doctrinae praestare 
poteris officiossissime. Saluta nomine meo Philippum meum, 
cui me commendes ora, quantum potes. Salutat Te Gonjux 
mea, Salutat Te Dominus Casparis Uringeri, a Libellis qui 
est Senatui nostro. Salutat Te Otho Brunfelsius, Carthu- 
sianus. Salutat Te Lticas Sacerdos. Saluta nomine meo 
Carohstadium et Thomam Plaurerum elegantissimum Juve- 
nem, et felicissime vale. Ärgent. M. D. XXI. in Vigilia 
Pentecost. 

Scripsi diebus superioribus Epistolam unam ad Te, nescio 
quo animi impetu, praepropere atque parum accurate, cum- 
que nimium urgerer ab Amicis, qui studio videndi Te nullam 
ferebant moram, excidit mihi quoddam ineptissimum, quod ut 
Tu prius emendes, quam in cujus quam manus perveniat» per 
omnia Sacra, perque Amicitiam nostram Te oro. Locus, de 
quo agitur, ita se habet: Aliis alia placentibus. Tu in locum 
cum Dictionis Placentibus, quae mirifice displicet mihi, repone 
Probantibus. Non possum admirari satis, quanam oscitantia, 
aeu incuria, id verbi irrepserit Sive hoc ardore Animi, sea 
cura nitiia gratificanda Tibi^ vel per occupationes meas, nimium 



33 

adversas melioribus studiis, acciderit, incertus snim. Tu pro 
admirabili candore Tua boni hoc consule. 

[Abgedruckt bei Hekel, Manipulus, p. 65 sqq., citirt bei Burkhardt, 

S. 92.] 



1521. 20. Dec. 

Capito an Luther. 

(Ertählt von seinen Bemühungen in Köln und Worms, durch Einwirkung auf den 
Kardinal Älbrecht die Verhandlungen über Luthers Sache hinauszuschieben. Auch 
habe er den Kardinal veranlaßt, die Bibel und Luthers Schrißen zur Hand zu 
nehmen, und hoffe auf einen allmählichen Fortschritt desselben in der Erkenntnis 
des Evangeliums, obwohl er in diesen Dingen gänzlich unioissend sei. Darum ersuche 
er Luther, seinen Fürsten, der die Predigt des Evangeliums dulde, zu schonen und 
lieber, wenn er etioas gegen ihn habe, es ihm privatim mitzuteilen,) 

[Abgedruckt bei Kr äff t, Briefe und Dokumente etc., S. 35; Tgl. Burk- 
hardt, S. 43.] 



1521. 21. Dec. 

Capito an Luther. 

(Kurzes Begleitschreiben zu dem Briefe des Kardinal Albrecht an Luther von dem- 
selben Datum,) 

[Abgedruckt bei Kr äfft, Briefe und Dokumente, S. 38.] 



1521. 26. Dec. 
Luther an Melanchthon ^). 

(Betrifft Carlstadts Schriß vom Cölibat etc.) 

lüoloch imolato — iei dem von De Wette in Klammern 
gesetzten ridebunt etc. am Bande res hoc probatur, quod 
Itfolles comparat Onan filio lüde cum hie semen nuUa passione 



1) Der größere Teil des Briefes (mit schlechten Lesarten) bei De 

Wette II, 37 unter dem 6. August. Ich gebe die Lesarten des Originals, 

so wie das bei De Wette Fehlende. Zur Sache vgl. Jäger, Karlstadt, 
S. 178. 

Eolde, Anal. 3 



34 

sed mallcia effunderet nee statutum est an moUicies fornicatione 
aut adulterio maior minorue sit. — locus Pauli ad Timo- 
theum — a coelibatu rejecerit — in prioribus literis scripsi — 
neque sie vix vident — poena • gravissima (statt communis- 
sima) — non probari. 

S. 39. Rursum cogito Christum? — 80 annis — vin- 
cula (statt ridicula) ista dissolveret — hinter revocamus im 
Original folgender Zicsat^ : Et vellem mutuis ac praestantibus 
nos coUationibus ista post tractare fortasse . adderet Christus 
nobis plus spiritus et scientiae tum et libertatis At vos interim 
rogo Spiritus amplior iUustret — quantis urgear aestibus — namt 
de iis — me hie male vexat. — 

Nach timendum est, womit der Brief hei De Wette schliessty 
auf derselben Zeile de iis satis dann folgendes bisher unbe- 
kannte Stück ^): 

Spalatinus seeundo seribit ut in ser: de eonf. illud Jo- 
hannis explieem latius quorum retinueritis retenta erunt. Si 
non est a me explicatum miror, cum id memoria signarim prae- 
cipue traetandum propter adversarios nisi eum movet quod vos^ 
niovet obscurum istud. At nunc difficile fuerit mihi, qui 
precedentia et sequentia non videam fortuitum emblemma vobia 
mittere, tarnen eonabor, si opus sit forte ut vos quo poterit 
oportuniore loco inseratis mutatis mutandis. Conquaeritur 
etiam mihi de tarditate vestra excudendi, arguo itaque increpa 
vos oportune et importune. Ecce quod ultra faciam? Habetis 
ut audio Sex prela. Et ego ut numero solus quattuor oceupo» 
Methodus tria et Carlstud duo. Miror autem Magnificat 
meum non finitum esse. Velim autem postillas bono et cor- 
recto typo excudi. De mea valetudine volo vos nihil soUicitos 
esse: aut si reseiero sollieitos esse: nihil amplius confitebor. 
Quis seit an sie sit finis ministerii mei. Nonne satis tumul- 
tuum vnus ego eoncitavi. Non frustra vixi. Vtinam Deo gra- 
tum vixerim? Video spiritum vestrum adeo erescere ut mens 
minui sibi videatur de quo et glorior atque vtinam ego nihil 
fiam, vos autem omnia. Tantum oretis pro me ut non defi- 



1) Bei Köstlin I, 798 erwähnt. 



36 

ciat fides mea in domino. Besponde quaeso an consultum vi- 

deatur quercubus et Belis Sorbonnicis me respondere. Nam 

id negocii me sollicitat ut nomen meum quoque in eos im- 

petum faciat an veritate latius patrocinari oporteat. E vestro 

enim spiritu mihi petenda video consilia. 

De ordinando Christiane Gymnasio quoque Spalatinus 

scripsit ad me, sed id meas unius vires superare respondi. 

Vos curate ut homini satisfaciatis, poteris ei has tradere si 

voles legendas. Vale Stephani prothomartyris 1521 T. Mar- 

tinus Luther, 

[Ans dem Original in der Rhedigerschen Sammlung der Breslaner Stadt- 

3 

bibliothek, Nr. -r^.] 

11" 



1522. 17. März. 

Aus einem Briefe des Felix Ulscenius an Capito. 

übi heri a deductu ^) domum redieram Euangelia per 
d. Maximvm explicata reperi quae tibi transmitto, Mariinus 
cfwm Phüippo suo hac hebdomade abfuere. Necessum enim 
jfuit Martimim ea quae nuper a magistro Gabriele temere 
incepta erant in tranquillum reducere ^). 

[Orig. in Basel.] 



1) Capito war am 12*en nach Wittenberg gekommen. 

2) Bezieht sich auf Gabriel Zwilling und die von ihm veranlaßten 
Unruhen. Vgl. dazu die von mir mitgeteilten „Gleichzeitige Berichte 
über die Wittenberger Unruhen im Jahre 1521 und 1522" in Zeitschrift 
für Kirchengesch. V, 2. 325. Der daselbst [S. 321] erwähnte Schuster 
Jorge Schonichen ist Verfasser von: 

DEn achtbam vnd | hochgelarten zu Leypsick, | Petro . Mosellano 
Kectori, Ochsenfart | Frediger zu S. | Nicoiao, Andrea Ca | misiano, 
mey- | nen günstigen hern | vnnd lieben brüdern in | Christo Jhesu ete. | 
6 Bl. 4^. Am Schluss: Eylenburck am Tag Corporis Christi 1523. 
und: 

Auff die vnderricht des- | hoch-gelarten Docio | ris, Em Hieronimy 

3* 



36 



1522. 7. Juni. 

Joh. Egranus an Luther. 

(Von den Umtrieben Münzer h^ die ihn aus Zwickau vertrieben. JBruchatüek^ 

S. Aduentui tuo ^) et quod iterum e tyrannis istis ereptus 
sis gratulor uehementer. Terruerat nos rumor quidam sed 
vanus omnino. In Vollem perueni et Euangelium Christi Christo 
authore anspicatus sum, id quod felicius cedat precor quam 
apud C^wigneam, incipiebat illic Christum sapere uulgus, ad- 
uenit Thomas tuus (ut iactabat) et interturbauit omnia in- 
sanis suis et quiritationibus (et) dogmatibus, tanta fuit pertinatia 
et impudentia hominis qui neque amicorum consilijs neque 
scripturarum authoritatibus obsequebatur sed suo inniius spr- 
ritui meras facticiones excitabat, homo äd Schismata et hereses 
natus, id mali in caput suum tamen recidit et incidit in fo- 
ueam quam alijs perfoderat, turpiter enim aufngit ut moris est 
homini non sine nota et infamia totius reipublicae alioqui ce- 
leberrime, habuit conspiratores suos e uulgo sed alienatos fa- 
cinorosos et seditiosos hos miris modis per confessiones et pri- 
uata couuenticula praecipue conciliauit sibi, reliquit post se 
reliquias, uenena sua, quiritantur adhuc quotidie cerdones illic 
contra concionatores, sacerdotes omnes, audio bestiam istam 
nescio quae mendacia spargere in me passim sed ferro cogor 
ista et solatium (pro) me conscientia et innocentia mea neque 



Tnngirß- | heym, von Ochsenfart Col | ligat vnd prediger zu 
leyptzick || Antworth || George Schoniche | zcu Eylenburgk || 
M. dxxiij Jar. | 
4^. 9 Bl. Eylenburgk Sontag nach der heymßuchange Marie 1523. 

Zu den Eilenburger Vorgängen die Urkunde Mittwochs nach Jubilate 1522 

in ünsch. Nachr. 1715. S. 440—442. 

1) Daraus wird das Jahr zu entnehmen sein. Luthers Äußerung vom 
27. October: Egranus quoque martyrium iactat scribens se expulsom 
tarn a Papistis quam Lutheranis (De Wette II, 55?) ist einem Briefe 
des Egranus an Hausmann entnommen (bei Well er, Altes und Neues 
n, 781), der hiemach zu datiren ist. 



37 

credo quemcumque bonum et eruditum fidem habere homini 
mendacissimo ^). 

Joachimica In vigilia Penthecostes 

Vanus (?) 
Egranus ^). 

Beuerendo patri Martino Ltähero uere tbeologie antesignano 
fratri suo in Christo Charissimo ^). 

[Orig. auf der Ratsschulbibliothek zu Zwickau B. 114.] 



1522. 20. Juli. 

Felix Ulscenius an Capito. 

(Allerlei Nachrichien von Luther und Melanchthon und Wittenberger Vorgängen,) 

S. D. Gratulor tibi observandissime praeceptor; quod prin- 
ceps tandem tuus praeter ferme omnium spem Christum aspi- 
rare coeperit, gaudet Melanchton te non operam lusisse in isto 
adeoque omnes boni. Dens, ut cum propheta orem, confir- 
met id quod operatus est in eo, huic uni gloria esto. Duos 
recepi aureos quos a Norinberga per magistrum Sebaldvm 
mihi misisti, habeo graciam, olim avuneXa^yety (xlTlia. Ma/r- 
tinus mirabiliter incessit Kegem Angliae, qui nee Carola 
quidem parcit, etiam in publico suggestu. Audimus enim eum 
male habere negocium Lutheri, Id quod Christi populus magni 
momenti habet, scilicet (?) se Martintcs strenuum prestat Evan- 
gelisten, et magistratus noster severissime animadvertit in 
flagiciosos qui Evangelio scandalo sunt: heri tres mulier- 
culas parum honeste vitam agentes, item ingenuum iuvenem 
propter aedium oppugnaciunculum civitate eiecit, multae 
pro isto apud Melanchtonem amicorum preces factae sed 
audire noluit. Volunt Martinus et Melanchton adulteros 



1) Der Rest abgerissen. 

2) Diese Notiz auf der Rückseite des zerrissenen Blattes. 

3) Von derselben [Egranus?] Hand, wie der Brief selbst. 



38 

et blasphemantes ferro plecti, non etiam feres cuius sen- 
tentiae et te quidem fuisse puto. MelanchUm iam in hoc 
enititor ut humaniores literae venerabilius apnd nos, quam 
hactenus excolantur, res ut tibi constat, multo maxime neces- 
saria, suum quoque lexicon graecum bis absolvit diebus, proxi- 
mis nundinis Anshelmo missuras, id enim Setzerivs effecit, 
qui nuper ad Philippum concessit operam rei medicae daturus. 
D. Johannes Bogenhagitos praesens praelector puellam civem 
Witt, honestissimae vitae in uxorem duxit. Itidem Wetz- 
Steiner *) Norinhergensis qui cum Martino Wormatii in com- 
itiis fuit virginem uxorem duxit. De Erasmo, quem fama 
fert in Martinum scripturum, intellexi Martinum dixisse, 
etiamsi aliquando sit in Christi doctrina foedissime lapsurus 
Erasmifs, ei tarnen non dubium esse quin post lapsum sibi 
redditus de ea rectissime sit sensurus. Hactenus enim nisi 
legis doctorem se praestitit et huius quidem nostratium cal- 
culo et purissimum et elegantissimum. Jo, Beinboldus iubet 
te salvere. 

WiUenbergae 13. Kl. Augusti An. 22. 

Felix Ulscenius tuus. 

Fhilippus Eberbachifis iuvenis facundi^mus nuper s6 ad 
nos contulit, hunc Melanchton propter eins candorem et miram 
fbstivitatem unice düigit, hunc prae ceteris lateri suo adiungit, 
adeo ut sit sibi loco fratris, hie in feriam sextam MelcmcMoni 
publica disputatione responsurus est ad quam rem non nisi 
sibi familiarissimis uti solet; positiones erunt de iure gladii 
quas modo confecisset tibi misissem. Hie te plurima impertit 
Salute, atque summo prosequitur studio, quod olim tam salu- 
bria abs te audierit monita. 

[Orig. auf der Bibliothek in Basel.] 



1) Ein Hagenauer Drucker. 

2) Petzensteiner. 



39 



1522. Sept. 

Carl Rose ^) in Nürnberg an Nicolaus von Kniebys ^). 

^Ermahnt ihn, »ich an »einer treuen Beruf «erßAUung geniigen zu lassen, Über^ 

■sendet Schriften LvJther» nnc2 erwartet dessen Übersetzung des Neuen Testamentes, 

Von der Übersetzung des Alten Testamentes ist Lemticus schon vollendet. Allerlei 

Neuigkeiten Über Luther^ Jacob Praepositus etc. aus einem Briefe des Eberlein von 

Oünzbiarg.) 

Christ ist erstanden. 
S. et pacem a deo nostro et domino meo Jesu christo. 
Clarissime et in iesu dilectissime frater. bine tue litere non 
modice iucunde faerunt. prioribus respondissem diu sed baiu- 
lorum copia prohibuit. Jam autem quantum mea ruditas va- 
luerit, experias. Vndecimo septemb. a Bartholomeo recepi 
literas cum codicillo Fratris michaelis stiffels ^), optime mihi 
placet. Nam laudatus est prior eins libellus vulgaris scriptus 
ab eodem a Luthero et ceteris witembergensibtis plurimum. 
€onquereris *) quodammodo nee tibi nee ceteris prodesse, pla- 
cent deo suspiria et garritus cordis, quod bona dat petentibus 
se et eins sapientia graditur ^), qui eum in simplicitate cordis 
qtierunt. Non tarnen arbitreris te pauca agere cum fideliter 
ob Jesum nomine (sie) cum tuis reipublicae solicite insistis. 
<3ivitas n. non sua^) sed multis prodesse laborat, quare am- 
baciosa ') non est sed semper humilibus consentit. Et nemo 
«ibi ipsi viuit nee sibi moritur, siue viuimus siue morimur 



1) War einer der ersten Augustiner, die 1502 zu Wittenberg imma- 
trikulirt wurden: Frater Karolus ross de nurmberga. Album Viteb., 

r. 2. 

2) Derselbe war Altammeister zu Straßburg; vgl. Baum., Capito und 
Bucer. Elberf. 1860. S. 213. 301. 

3) Der bekannte Augustiner von Eßlingen; vgl. Keim, Reformations- 
blätter der Stadt Eßlingen, S. 7 ff. Meine Augustinercongregation, S. 380 
und die dort verzeichnete Litteratur; femer Giesing, Stiefels arithmetica 
Integra. Döbeln 1879. 

4) Conqueris? 

5) Vielleicht eis sapientia traditur? 

6) Vielleicht Pietas n. non sibi sed. 

7) Ob ambiciosa? 



40 

domini sumus. Hec memorie ac cordi tuo infige et dulcissima 
imo autem iucundissima laboriosa fedida (?) quoque communitati 
exigentia sicque et mihi vtissilime proderis quod me etiam 
membrum requiris mistici corporis christi. Cogita denique 
quod Christus voluerit congregare sub alis perfidos Judeos. Ita 
tu ac compatres tui cogitent officij christi saluatoris vobis im- 
pertiti, fauere vestris imo christi, sub alis deuios reducere atque 
protegere. Nam Caritas in oposito probatur, non in dilecto» 
sicque cetera. Suscipe et hie duo opuscula Contra pontifices, 
Contra regem anglie. Expecto omnibus momentis Nouum testa- 
mentum a LtUhero in vemacula ligua (sie) translatum et quam 
primum venerit, remittam. Pater mens E. prior ^), qui ad 
tres ebdomadas in negociis witenhergae fuit, modo commen- 
dat, quantis laboribus ocupetur in transferendo cum paruis 
scoliis vel annotationibus Itdhertts. Vetus quoque testamentum 
eciam vernacula lingua transfert ex hebraeo, leuiticum iam 
finiuit. Si placet etiam transmittam sed caro precio sc. 1 flf. 
cum dimidio, nouum testamentum. 

Nouitates he sunt. Princeps illustris Friderictis saxonum 
dux Integerrimus Christianus ad 9 septimas festiuis diebus penes 
nos visitauit diuina, qui 3. die septembris iterum abiit, quid 
nundinae (parce obsequiosius [?] loquar) vel comitie principum 
velint coniecturare possimus, omnes se querunt etc. Eecepi 
et literas e witenhurg in quindena a quodam Joh, eberlen^) 
qui factionem franciscanam dereliquit ac vero christianum 
habitum denuo induit inter cetera hec. Martintcs vemacula 
et latina lingua in regem anglorum scribit. Pistori monasterij 
August, dedit aliam vxorem (lutherus) virginem eo, quod altera 
cum quodam sacerdote adulterata sit. Etiam lutheri suasum 
exulent (sie) due matrone de adulterio arctissime (?) suspecte. 
Et nobilis studens ob suspectum adulterium missus est a ma- 



1) Es war Wolfgang Volprecht. Meine Augustinercongreg., S. 332. 
Luther an Spalatin vom 4. Juli 1522 (De Wette II, 217 : Priorem istum 
Numbergensem tibi commendo). 

2) Job. Eberlein von Günzburg; vgl. Eiggenbach, B., Job. Eber- 
lein von Günzburg. Tübingen 1874. S. 106. 



41 

gistratu in carcerem. Frater Jacohus antwerpiensis prior ^) 
apud nos est et moram agit, literatur a carcere per quendam 
fratrem tercij ordinis s. francisci, qui etiam apud nos moram 
agit in veste Augnstiniana (ad quem Jacohum retulit heri do- 
minus Hieronyrmis Ebner ^) noster civis potens Ltäherus sie 
dixit wen solche flammen aus dem feuer fligen, so wirdt ich 
noch lang nicht verprent). Et quod femie sigulis (sie) ebdoma- 
dibus apud nos habeantur nuptie elericales et quod martintcs 
ineipit dicere trotz omnibus potestatibus mundi etiam caesari, 
^uem non cognoscit caesarem sed maximum suum hostem. 
Quomodo Turcus a nostris occisus est nosti. Non supfecit 
prioribus annis decipi a pontificibus sub Turcorum nomine ger- 
manos pecunias extorquentes ; nisi et vngari didicissent (fen- 
nanczen) personas et pecunias excoriare a nostris. Si tuo con- 
silio in hac parte opus fuerit, conijcere poteris, quid falacij 
petentes pretendunt. Spero dominum principem pastorum vi- 
sitare populum suum. Hec tuam praestantiam (sie) vt insulsissi- 
mus audaculus seripsi Nisi me tantum eoniurasses patrem me ap- 
pellando, teque filium nee iottam ruditatum mearum communi- 
carem. Scio n. mea plus alijs esse ridiculi, quam solacii. 
Suscipere tamen spero a te eo animo quo non ambigo . . . cala- 
mum cum corde concordare. Vale in Jesu ehristi vulneribus 
integerrime Nicolae, tuam eoniugem et subolem (sie) in dei 
timore et amore educes ae salutabis me insuper peccatorem 



1) Jacob Praepositus cf. De Wette II, 182. 206 f. 213 ff. 218. 
Janssen, Jacobus Praepositus Luthers leerling en yriend. 2de Uitgave. 
Amsterdam 1866. S. 83 ff. T h. K o 1 d e , Augustinercongr. S. 389. Fratris 
Jacobi Praepositi Angustiniani quondam Prions Antwerpiensis historia 
vtriusque captivitatis propter verbum Dei. S. 1. 1522. 4. — Revocationes 
dvorum Lutherianorum Anathematizatio Et revocatio Fratris Jacobi pre- 
positi, olim prioris Fratrum Heremitarum sancti Augustini oppidi Ant- 
werpien. Errores revocati per dominum Hermanum Gerardi. In civitate 
Traiectensi Ad Lectorem Ha nö contracta perlusträs fronte libellum Quid 
faciat discors meae sibi, rite legat. Am Ende: Liptzik 1522, 4. Zwei 
Schriften, die ich nicht gesehen habe. 

2) Der bekannte Nürnberger Patrizier. 



42 

eis commenda, orent pro me et ego vicissim. Iterum vale. 
Ex Nornbergio 1522. 

Taae magnifice claritatis 

fr. Karolus Hose Augustinianus 

Capellanus (licet reprobus) totus 

deditissimns. 

Gariss. ac. Prudentiss. Senator! Argent. Domino Nicoiao de 
Knyebeys Eeipubl. Fidelissimo tutori Domino ac Patrone 
in Christo commendatiss. 

(Aus dem sehr schlecht geschriebenen Original in der Wolffschen Samml. 
der Hamburger Stadtbibliothek. Mss. Vol. I.] 



15 22. 15. Sept. 

Luther an Christian von Dänemaric. 

(TrostBchreihen.) 

[Inhaltsangabe nach Cod. Chart, bibl. Rig. 244 f. 44^ mitgeteilt von 
0. Waltz in Zeitschr. für Kirchengesch. U, 300 f.] 



1522. 26. Oct. 

Caspar Amman an Luther. 

(Originelle Erklärung der Stelle: Tu es j>etru8 etc. auf Grund der Bücküberaetzung 

ins Hebräische.) 

T^mn^i T^nm» b^ b5>i v^^ T^'^^ V^^ öib^öi ü'^'^n 
Keverendissime pater. Venit nuper ad manus meas labot 
ille tuus dulcissimus ipsam sc. nouum instrumentum tnum 
in linguam nostre nationis per te uersum: gaudebam maximo- 
pere et precipue cum te lüilpn )wb:i thalmidem intellexeram 
ex pluribus tuis operibus; in venire videbar^), quod iam diu 
desideraui, sed fefellit me spes mea proh dolor. Nam quoties 



1) Im Text videbam. 



' 43 

tim feruentissima legi scripta et inter cetera expositionem, quod 
etiam erasmi roterod, est supra uerba Christi Math. 16. Tu 
es petrus etc., accepi eandem esse primariam et uerissimam, 
quamquam ex verbis Christi non sane interpretatur coactiorem, 
loquor patri pientissime (?) et (ut rem prima fronte raram 
clarius habeas) accipe: Scripsit namque aduersum te tempore 
superiori ille cordiger tho: Murnar aliquot codiculos quorum 
unus erat de potestate pape vbi inter cetera sie exponit verbi 
Xi superius adnotata: Tu es petrus du bist der felsen vnd 
auf disen fölsen will ich bwen mein kirchen vnnd disen sin 
kan mir nemands verwerfen wann er klärer ist dann die sunn. 
Similiter id Joh: Tu vocaveris (sie) cephas du wirst genennt 
ain heupt, das ausgelegt ist ain föls (accipiendo has dictiones 
pethrus et kephas grece non hebraice: Tu quum (?) easdem 
dictiones sie exponens syriacus tamen esse ponis in tua adno- 
tatione sup. Math. 16. Erroneam mumarri posteriorem non 
8ui . . . . admiratus, cum nouerim hominem intus et in came 
et in Unguis remotioribus puerum. sed sepe venerando (?) ac 
trementi corde admirabar quum in pluribus tuis scriptis 
eorundem verborum eadem significata impropria (ex inaduer- 
tencia credo) posuisti praecipue prime dictionis petrus, quam- 
quam alteram dimittis et Eephas scribis. Moueor primo 
hac re . . . quod christus hebreus natus cum suis discipulis 
hebreis hebraice locutus fuit, non graece aut syriace. 2® 
quamvis hec düe praefate dictiones possint syriace interpre- 
tari ut tu cum aliis doctoribus estimas, tamen in proposito non 
id quadrat ad primarium verborum christi sensum ^) verum, 
quod etiam erasmus tecum coacte extorsit. Sunt itaque pri- 
mordia liter(arum) dictionis hebree, hebraice sie Scripte 'nrne 
n&n^fi:, latine poether coephe quibus addicta est dictio latina 
pethrus, cephas, quas si tu sie originaliter propendisses, forte 
verius uertisses et ad mentem Christi conuenienüus. Patet 
quod dico de prima dictione pethrus in glo: ord. quae est hede 
d. pethrus agnoscens Math. 4 et ibidem in glo: interlinea. 
eadem hebraica interpretatio, quae est eiusdem lede ut pocius 



1) So das undeutlich geschriebene Wort wahrscheinlich zn lesen. 



44 

s. Hiero., quam ponit in suis interpretationibus super lucam^ 
de qua scz. dictione hebrea ^ms vide in doct. Joch, reuch 
{Un) dictione eadem ^ns a qua venit ii^it^E) cognitio latine 
posita pethra, sie in pluribus .... ^) d'^'^^in^rt ^iiöb V^^^ 
Cum igitur Christus in proposito locutus fuit principaliter et 
ex intentione de sui ipsius cognitione, sie respondit symoni 

uulg. vnnd ich sag dir daß du bist der bekenner himlischer 
ding vnnd auf dise haimliche bekanntnuss will ich buwen 
mein kirchen. hunc primarium verborum christi sensum in- 
dicant et arguunt dictiones hebraice a christo prelate forcius 
clarius et absque omni coactione quam syriace et sie extranee 
interpretate. Vide apostoli (?) de illis dictionibus heb. pethrus 
et pethra gen. 40 ^), vbi duo eunuchi incarcerati cum ipso 
Joseph diierunt et tristes im» v^ ^r\'\}D'\ liTabn üibn quibus (ut 
infra pz ? respondit) lilrr^B Sit ecce iilrr^E) 'iniB pethrus pethra 
ubi ipse Joseph factus fuit imö pether hoc est agnoscens 
archana; a forciori expone sie de pethro in proposito. de 2 a 
dictione principali seil, cephas heb nsiis dicit s. Hiero. sup. 
ad (jal. 2 . . . ipsum hebraice et syrace idem esse quod petrus. 
seil. (?) dimittamus minus principale, quod nihil ad propositum 
et accipiamus quod majus est sc. heb. tunc optime ad pro- 
positum dixit quo .... vere non significatum, sicut doct Joh. 
reuch exponit in dictione nsis episcopus superattendens, quae 
dictio proposito serviens ponitur Ezech. 3^) sie: nfcis üi» p 
b^n^"^ rr^inb *^'^nn5 fili hominis speculatorem dedi te, et sie ad 
literam conuenientissime dixit christus symoni nsiis «'ipfr nn« 
^mö (?) lüTiE) ^\ö« uulg. du solt genannt werden ain auflüger^ 
daß außgelegt ist ain erkenner. Num quid christus etiam 
hie locutus est grece et syriace? absit, voluit namque christus 
symoni duo imponere cognomina etiam nomine aliorum apo- 
stolorum seil, ut appellaretur pethrus propter divinam cogni- 
tionem et cephas propter pastoralem commissionem et atten- 



1) Fehlt ein unleserliches hebräisches Wort. 

2) Gen. 40, 8. 

3) Ez. 3, 13. 



45 

tionem, sie exigebat ecclesia Christi sponsa super ipsum co- 
gnitum et confessum a pethro edüicanda, ut eius plaatatores 
essent d'^&n:^ episcopi ü'^^mt agnoscentes et uidentes non ceci 
dormitantes ut quondam de falsis doctoribus et prophetts in 
domo domini dictum fuit ysa. 56 ^) n^r^ «b db^ d'^'my T^eniS 
tu igitur, Keuerende pater, frater Christiane, quo fruor in 
domino hijs lectis et ratione masticatis (?) mecum sie sentias 
te seil, melius olim deelaraturus ut si erro .... errantem 
corrigas, has meas lituras boni eonsulendo atque pro me sene 

fatuo et deerepito ^) orando 

3) dbiyb. 

Ex lauginge 26. Oet. anno 1522. 

Confrater tuus Caspar Amman ^) 
Augustinianus. 

Ad. doet. Mart. Luther. 

[Orig. (?) in der Vadianschen Sammlmig II, 107 auf der Stadtbibliothek 

zu St. Gallen,] 



1) Jes. 56, 10. 

2) Fehlen mehrere unleserliche hebräische Worte. 

3) Fehlt wahrscheinlich eine [unleserliche] Benedictionsformel. 

4) Über Caspar Amman, lange Zeit Augustinerprior in Lauingen, 
Tgl. Ludwig Geiger, Das Studium der hebräischen Sprache in Deutsch- 
land. Breslau 1870. S. 75 f